Freitag, 18. Mai 2001

Bilanzen glänzen auch dank Goldverkäufen

Gute Nachrichten von der österreichischen Nationalbank: Sie verbucht für 2000 einen Rekordgewinn von 23,2 Milliarden Schilling. Die Gründe: "Geschickte Veranlagung" der Währungsreserven, höhere Zinserträge und Goldverkäufe.

Die Erfolgsrechnung erbrachte ein geschäftliches Ergebnis (Gewinn vor Steuern) von rund 1,686 Mrd. Euro (23,2 Mrd. S), um 384 Mill. Euro oder 5,3 Mrd. S mehr als 1999.

Nach Berücksichtigung von Körperschaftsteuer (KÖSt: 573 Mill. Euro), gesetzlichem Gewinnanteil (998 Mill. Euro) und Dividende erhält der Bund mit ca. 1,6 Mrd. Euro oder 21,5 Mrd. S eine um fast 30 Prozent höhere Gewinnabfuhr als 1999. Das sind 92,6 Prozent des Gewinns. Allein in in den letzten 5 Jahren seien Gewinne von mehr als 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) an den Staat geleistet worden, hob die OeNB-Spitze am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz hervor.

Vom verbleibenden Gewinnanteil stelle die Bank mit etwa 70 Mill. Euro (967 Mill. S) erneut den Großteil der Forschungsförderung zur Verfügung.

"Goldige" Gewinne über Terminanlagen
Durch Goldverkäufe an die BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) hat sich der Goldbestand im Vorjahr um 30 auf 377 Tonnen verringert. Steigende Goldpreise brachten dabei auch einen Aufwertungsgewinn von 566 Mill. Euro, der aber erfolgsneutral im Neubewertungsknto verbucht wurde. Mit den Goldverkäufen von Anfang 2001 hat der Goldbestand um weitere 30 Tonnen abgenommen. OeNB-Präsident Adolf Wala hob heute hervor, dass die Bank im Jahr 2000 mehr als 63 Prozent ihres Goldbestandes über Termineinlagen oder Swaps ertragbringend nutzte.

Nettoerträge um 21 Prozent gestiegen
Die Nettoerträge in der Erfolgsrechnung sind 2000 um 21 Prozent auf mehr als 1,9 Mrd. Euro angestiegen. Zugleich haben die Aufwendungen um 19 Prozent auf 238 Mill. Euro abgenommen. Um 81 Mill. Euro rückläufig waren die Personalaufwendungen, unter anderem Effekt der bankinternen Pensionsreform. Der Personalstand stieg im Vorjahr um 11 auf 1.139 an, wobei nur 977 Beschäftigte für die Geschäfte der Bank tätig seien, wie es hieß.

Das Ziel: Eine "schlanke Bank"
Laut Gouverneur Klaus Liebscher verfolgt die OeNB das Ziel, eine "schlanke" Zentralbank zu sein, die freilich all ihre Geschäfte weiter ordentlich zu erfüllen habe. Bestehende operative Aufgaben seien nicht an die Europäische Zentralbank (EZB) abgegeben worden, die EZB sei strategisches Entscheidungszentrum und mit vielen neuen Zentralbankagenden befasst.

18.5.2001 10:52