Freitag, 18. Mai 2001

Rückrufaktion für 200.000 Pkws

Nach der Rückrufaktion von über 200.000 Pkws mit defekten Tanks, kommt nun die nächste Hiobsbotschaft des japanischen Autoherstellers Mitsubishi: Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden die höchsten Verluste der Firmengeschichte erlitten.

Wie das Unternehmen am Freitag in Tokio mitteilte, wurde das im März abgeschlossene Geschäftsjahr mit einem Verlust von 278,1 Milliarden Yen (2,56 Mrd. Euro/35,2 Mrd. S) beendet. Im Vorjahr hatte der Abgang 23,3 Milliarden Yen betragen.

Der Umsatz ging nur leicht von 3,3 Billionen auf 3,28 Billionen Yen zurück. Dabei wurde der nach Stückzahlen um 15 Prozent verringerte Autoabsatz in Japan von steigenden Exporten ausgeglichen. Die Kosten der Rückrufaktionen gab Mitsubishi Motors mit 50,6 Milliarden Yen an. Mit Hilfe seines Partners DaimlerChrysler hat Mitsubishi die Bemühungen um eine effektive Qualitätskontrolle und ein besseres Image verstärkt. Die beiden Konzerne arbeiten bei der Entwicklung und dem Verkauf von Lastwagen zusammen.

Rückrufaktion: defekte Benzintanks und Tankanzeigen
Mitsubishi Motors gab gestern einen Rückruf von mehr als 203.000 Autos bekannt. Der viertgrößte japanische Autohersteller bezifferte die Kosten dieser Aktion mit vier Mrd. Yen (36,6 Mill. Euro/504 Mill. S). Rund 35.000 defekte Fahrzeuge sind auch nach Europa verkauft worden, davon 550 in Österreich.

550 Fahrzeuge in Österreich betroffen
Von der aktuellen Rückrufaktion des japanischen Autokonzerns Mitsubishi sind in Österreich 550 Fahrzeuge der Typen Space Wagon und Space-Runner mit den Codes TZ und TZL betroffen, sagte ein Sprecher der Mitsubishi-Vertretung in Österreich.

Die Besitzer werden über den Versicherungsverband zu einer kostenlosen Überprüfung und falls notwendig, kostenlosen Instandsetzung eingeladen werden, so der Sprecher. Die Fahrzeuge sind im Zeitraum 1999 bis jetzt ausgeliefert worden.

Defekte Benzintanks und Tankanzeigen an Fahrzeugen dieser Typen, die seit Oktober 1997 gebaut wurden, sind möglicherweise die Ursache für den Rückruf. Der Großteil der betroffenen Fahrzeuge wurde mit rund 200.000 in Japan selbst verkauft, von den Exporten gingen mit 35.000 Fahrzeugen die meisten nach Europa.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Mitsubishi Motors rund eine Mill. Autos zurückgerufen, nach dem Eingeständnis, über mehr als zehn Jahre Fehler an Fahrzeugen vertuscht zu haben. Der deutsch-amerikanische Autobauer DaimlerChrysler hält 37,3 Prozent an Mitsubishi Motors. In der Folge versprach Mitsubishi ein strikteres Qualitätsmanagement.

18.5.2001 11:21