Hersteller wollen Altgeräte nicht abholen

Die deutsche Elekroindustrie will sich gegen die von der EU geplante Rücknahmeverpflichtung von Elektronikschrott wehren. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) kündigte am Mittwoch in Frankfurt "massiven Widerstand" gegen die Richtlinienentwürfe der EU-Kommission an.
Das Europaparlament hatte am Dienstag den Entwürfen in erster Lesung zugestimmt.
Kommission und Parlament wollen Hersteller und Importeure von Elektrogeräten verpflichten, Altgeräte zurückzunehmen und umweltverträglich zu entsorgen. Die Kosten der Rücknahmeverpflichtung schätzte der Verband auf sechs bis sieben Mrd. DM (bis zu 3,6 Mrd. Euro/49,2 Mrd. S) pro Jahr.
Der ZVEI kritisiert vor allem, dass nach den Plänen der EU die Industrie die Kosten für die Abholung der alten Haushaltsgeräte bei den Verbrauchern übernehmen soll. Bisher sammelten die Kommunen alte Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen ein.
Die deutschen Hersteller sind vor der Entscheidung des EU- Parlamentes bereit gewesen, die Altgeräte an den Wertstoffhöfen der Kommunen abzuholen und sie anschließend zu entsorgen. Für rechtlich nicht zulässig hält der Verband außerdem die Verpflichtung zur Rücknahme von Geräten, die vor Inkrafttreten der Richtlinie verkauft wurden.

