Geheimer Top-Favorit: BA-Chef Carl Michel

Am Montag verkündete ÖIAG- und AUA-Aufsichtsratsboss Johannes Ditz die Demontage der AUA-Vorstände Herbert Bammer und Mario Rehulka. Dienstag kursierten unter Mitgliedern des ÖIAG-Aufsichtsrates bereits die ersten Namen von Nachfolgern. Ex-Airline-Chef Niki Lauda erteilte im NEWS-Interview eine klare Absage an den AUA-Chefsessel.
NEWS: Herr Lauda, befriedigt über die Ablöse des AUA-Vorstandes?
Lauda: Darüber brauchen wir nicht diskutieren, Bammer und Rehulka haben genau das gemacht, was sie mir vorwerfen: 2,2 Milliarden aus Sale-&-Lease-back-Geschäften in die Bilanz gesteckt. Endlich hat der Aufsichtsrat erkannt, dass das Stammhauskonzept, so wie es beide umsetzen wollten, ein Schwachsinn ist.
NEWS: Aber Aufsichtsratsvorsitzender Ditz betont, am Stammhauskonzept wird festgehalten.
Lauda: Natürlich macht es Sinn, Vertrieb, Buchhaltung und Finanzen zentral zu steuern, aber nicht die bessere Kostenstruktur von Lauda und Tyrolean auf AUA-Niveau zu heben.
NEWS: Haben sich Ihre politischen Helfer aus der FPÖ durchgesetzt?
Lauda: Ich habe nie politische Hilfe gebraucht, ich bin ein Einzelkämpfer. Der Finanzminister und die Vizekanzlerin haben sich das im Gegensatz zu anderen halt angesehen und gemerkt, was hier läuft.
NEWS: Wollen Sie nun in den Chefsessel der AUA zurück?
Lauda: Sicher nicht, ich sitze in London, und meine Arbeit für Jaguar macht mir große Freude.
Top-Favorit: BA-Chef Carl Michel
Als heißester Kandidat für den AUA-Chefsessel gilt der 37-jährige Auslandsösterreicher Carl Michel. Der Topmanager war bis Ende vergangenen Jahres Vorstand bei British Airways und galt als Kronprinz des damaligen BA-Chefs Bob Ayling. Als Ayling im November aus dem Amt gekippt wurde, verliß auch Michel das Unternehmen. Davor war Michel Chef der British-Airways-Tochter, Deutsche Ba.
Während Ditz jeden Kontakt mit Michel bestritt und betonte, die Vorstansuche liege ausschließlich bei den Headhuntern von Spencer Stuart, wurde NEWS aus Regierungskreisen bestätigt, dass Manager Michel Top-Favorit für den AUA-Job ist.
AUA: Massiver Ergebnisrückgang für Geschäftsjahrbeginn 2001
Die Austrian Airlines Group, Wien, hat in den ersten drei Monaten 2001 zwar Umsatz und Betriebsleistung steigern können, beim Ergebnis gab es aber deutliche Einbrüche. So sackte der Betriebserfolg EBIT auf minus 51,9 Mill. Euro (-714 Mill. S) ab, damit wurde der Abgang gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (-22,3 Mill. Euro) mehr als verdoppelt. Das Ergebnis vor Steuern brach von minus 34,2 Mill. Euro auf minus 61,1 Mill. Euro ein.
Grünes Licht für Übernahme von Rheintalflug
Die Integration der Regionalfluggesellschaft Rheintalflug in die AUA-Gruppe ist von den zuständigen Kartellbehörden genehmigt worden. AUA-Pressesprecher Ralph Preclik bestätigte heute, Mittwoch, gegenüber der APA einen Bericht in der "Neue Vorarlberger Tageszeitung". Der Zusammenschluss tritt rückwirkend mit Anfang 2001 in Kraft.

