Erfolge bei Vermittlung durch "Job Training"

Die Zahl der vorgemerkten Langzeitarbeitslosen ist mit 19.142 im Vorjahr auf den niedrigsten Wert seit mehr als sieben Jahren gesunken. Gemessen an den Gesamtarbeitslosen ist das ein Prozentsatz von 9,85. Im Vergleich dazu: 1994 waren es noch 39.666.
Dies geht aus den jüngsten Zahlen des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Nach Bundesländern getrennt wies im Jahr 2000 Wien mit 11.397 Langzeitarbeitslosen die größte Zahl auf. Schlusslicht - allerdings im positiven Sinn - war Salzburg mit nur 152 Personen, die länger als ein Jahr beim AMS als arbeitslos vorgemerkt waren.
Die Reduzierung der Zahl der Langzeitarbeitslosen ist auf eine Reihe von Initiativen zurückzuführen, die sich um die Wiedereingliederung jener Menschen in den Arbeitsprozess bemühen, die länger als ein Jahr ohne Beschäftigung sind.
In Österreichweit konnte laut Arbeitsmarktservice (AMS) von 1998 auf 2000 ein Sinken der Langzeitarbeitslosen von 37.889 auf 19.142 Personen verzeichnet werden. In Zusammenarbeit mit dem AMS konnte dabei u.a. auch das "Job Training" Erfolge bei der Vermittlung von zeitlich befristeten Arbeitsplätzen bei gemeinnützigen Organisationen erzielen.
Zu den Fördermaßnahmen für Langzeitarbeitslose laufen vom AMS zahlreiche Programme. Im heurigen Jahr gibt es beispielsweise Qualifizierungsmaßnahmen für 13.500 Langzeitarbeitslose und für 38.000 von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte Personen. Außerdem laufen Beschäftigungsmaßnahmen für 7.500 Langzeitarbeitslose und 5.600 von Langzeitarbeitslosigkeit bedrohte Personen.
Das "Job Training" - entstanden aus dem Traininsprogramm für Langzeitarbeitslose "Integra" - hatte zunächst noch mit der am Beginn stark umstrittenen Idee des so genannten "Bürgergeldes" mit Zwangscharakter zu kämpfen. Dabei war seitens der schwarz-blauen Regierung an eine verpflichtende Teilnahme für Langzeitarbeitslose gedacht. Nach heftigen Widerständen von SPÖ und Grünen sowie von ÖGB und AK war dann das Projekt auf eine freiwillige Basis gestellt worden.
Das Programm von "Job Training" sieht nun vor, dass Interessierte, die sich beim AMS oder einer der wöchentlichen Info-Veranstaltungen melden, zunächst an einem Info-Tag teilnehmen. Wird eine entsprechende Stelle für den Langzeitarbeitslosen, den "Trainee", gefunden, kommt es zu einem Trainingsvertrag.
Die "Trainees" erhalten vom AMS eine Beihilfe von mindestens 6.867 Schilling. Vom Arbeitgeber ist nur ein 20-prozentiger Zuschlag zu bezahlen. Dieser Betrag wird den gemeinnützigen Einrichtungen nach Ende des Trainings zur Gänze vom WAFF (Wiener Arbeitnehmer Förderungsfonds) refundiert. Auf diese Weise beteiligt sich die Gemeinde Wien am Programm.
Ziel der Aktion ist es, durch die halbjährige Ausbildung einen adäquaten Job zu finden. Sollte dies nicht der Fall sein, hat man aber wieder Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Die Tätigkeiten für Langzeitarbeitslose sind vielfältiger Natur. Die Liste der gemeinnützigen Organisationen, die "Trainees" aufnehmen wollen, umfasst mehr als 120 Namen - neben Tierschutzorganisationen und Bildungseinrichtungen sowie Sozialen Vereinen werden u.a. die Bereiche Büro/Verkauf, Gastronomie, EDV, Handwerk und Technik abgedeckt. Mit Stolz verweist "Job Training" darauf, dass es auch gelungen sei, schwerst vermittelbare und ältere Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsprozess zu integrieren.

