Linzer Traditionsklub verabschiedet sich

So ist Fußball! Jubel und Trauer in der vorletzte Runde der Fußball-max.Bundesliga. Während in Innsbruck der Sekt sprudelte, schmissen die Linzer Kicker enttäuscht ihre Schuhe ins Eck. Der LASK, seit 1994/95 in der höchsten Spielklasse, und 1965 erster Titelträger außerhalb Wiens, muss den bitteren Weg in den "Keller" antreten.
"Es ist bitter für die Stadt Linz, dass sie nun ohne Spitzenfußball ist. Es tut mir vor allem für die Fans besonders leid", sagte der völlig niedergeschlagen Trainer Hans Kondert. Peter-Michael Reichel ortete die Gründe für das Schicksal nicht nur auf dem grünen Rasen. "Der Abstieg ist auch das Ergebnis der jahrelangen Misswirtschaft im Klub. Wir haben damit rechnen müssen, denn wir standen dadurch auch finanziell unter Druck, Verstärkungen für die Mannschaft waren da nicht möglich. Wir wussten um das Risiko", meinte der Klub-Präsident.
"Jetzt muss man in Ruhe überlegen!"
Am Mittwoch wird sich die Vereinsführung erstmals zusammensetzen und besprechen, wie es weitergehen soll. Verträge laufen nur wenige aus, so Reichel. Mit einigen Spielern wie Wolfgang Feiersinger müsse man aber reden. "Wir werden alles in Ruhe überlegen. Doch unser Ziel muss sein, oben zu bleiben oder sofort wieder hinaufzukommen. Darauf werden wir alles ausrichten", so Reichel. Mit "oben bleiben" deutete er das strittige Wiederholungsspiel von Mitkonkurrenten SW Bregenz gegen Austria Wien (Mayrleb verstieß in der ersten Auflage mit einem Tor gegen die Fairness) an.
Skandalklub LASK
Der LASK war besonders seit 1997 im Gerede. In diesem Jahr hatte man den FC Linz (früher VOEST) "geschluckt". Danach kam eine kurze Hoch-Phase mit Trainer Otto Baric und Träumen vom Meisterteller. Doch die waren rasch ausgeträumt! Ende 1999/Anfang 2000 musste der Verein durch die Affäre von Ex-Präsident und -Bankier Wolfgang Rieger ums nackte Überleben kämpfen. Baric und viele Spieler gingen.
Letzter Versuch mit Olympia-Stützpunkt
Trainer Hans Kondert, der in der laufenden Saison Marinko Koljanin abgelöst hatte, versuchte mit seiner Crew im Frühjahr noch alles, um das "Unglück" doch noch abzuwenden. Die Athletiker arbeiteten mit dem früheren Olympia-Stützpunkt Obertauern bzw. Heini Bergmüller intensiv zusammen, es schien Früchte zu tragen, und vorübergehend keimte auch Hoffnung auf.
Pavlovic ging zu Anderlecht, LASK ohne Goalie
Sie erwies sich jedoch nur als Strohfeuer. Dazu mag auch der Abgang von Standard-Keeper Zeljko Pavlovic beigetragen haben, der Anfang April Mitten im Abstiegskampf zum RSC Anderlecht wechselte. Auch wenn jetzt die junge Truppe, die Führungsetage und die Fans Trauer tragen, die Devise für die Zukunft gab stellvertretend für Alle Mittelfeldspieler Michael Mehlem aus: "Wir dürfen jetzt die Köpfe nicht hängen lassen und müssen alles unternehmen, damit wir gleich wieder aufsteigen".
