Sonntag, 20. Mai 2001

Nach "Sudden Death" Sieg von Spacek, Silber für Heill

Besser als erwartet, läuft es für Österreich bei der Judo-EM in Paris: Nach Mariela Spaceks Bronze holte das zweite Judo-Girl Claudia Heill Silber für Österreich! So ein tolles Ergebnis gab es seit 1995 nicht mehr.

Claudia Heill hat am Samstag bei der Judo-EM in Paris die zweite Medaille für Österreich geholt. Nach drei souveränen Ippon-Vorrunden-Siegen unterlag die 19-jährige Wienerin erst im Finale bis 63 kg der belgischen Titelverteidigerin Gel Vandecaveye nach zwei Minuten durch einen Festhaltegriff. Es ist die erste Medaille in der Allgemeinen Klasse für die frühere Junioren-Europameisterin und -Vizeweltmeisterin.

Nach Autounfall und Matura zum Erfolg
Der Erfolg von Heill ist umso erstaunlicher, weil sie Ende Jänner bei einem schweren Auto-Unfall auf der Westautobahn Schnittverletzungen an den Beinen erlitten und zuletzt wegen der schriftlichen Matura auch beim EM-Trainingslager gefehlt hatte. Nun hat sie trotzdem auch die sportliche Reifeprüfung abgelegt, die mündliche steht noch aus.

Nur gegen Titelverteidigerin verloren
"Ich habe mit einer Medaille spekuliert, nun bin ich natürlich überglücklich", freute sich die 19-jährige Wienerin.Die Freude war bei ihr schon nach dem erfolgreichen Kampf um den Einzug ins Finale aufgekommen. "Dass ich gegen die belgische Titelverteidigerin Gel Vandecaveye dann verloren habe, war nur ein kleiner negativer Beigeschmack. Sie war mir nicht eine Nummer zu groß und ich habe gegen sie schon im Römer Weltcup sehr gut gekämpft. Ich bin gegenüber früher abgeklärter und reifer geworden. Ich weiß, woran ich noch arbeiten muss", sagte die Athletin vom JC Tao Wien.

Samurai-Girl Spacek siegte in der Velängerung
Die Athletin vom JGV Colop Samurai Mariela Spacek besiegte schon Freitag Abend im kleinen Finale der 70kg Klasse die Polin Adriana Dadci in der Verlängerung durch Yuko. Zuvor hatte sich die Wienerin im Kampf um den Final-Einzug der großen Favoritin Ulla Werbrouck (BEL) erst im "Sudden Death" durch Waza-Ari geschlagen geben müssen.

Zum Abschluss der Judo-EM in Paris-Bercy sorgte Franz Birkfellner für ein weiteres Spitzenresultat für den österreichischen Verband. Der Tiroler von JZ Innsbruck belegte in der offenen Klasse überraschend Rang fünf.
Birkfellner, musste sich bei den schweren Brocken zunächst einem Georgier geschlagen geben, besiegte sensationell den Franzosen Jerome Dreyfus durch Ippon. Im Kampf um die Bronzemedaille war der Tiroler gegen den Ungarn Czismadja aber chancenlos und verlor nach zehn Sekunden durch Ippon.

20.5.2001 17:42