Herminator gewinnt "Super-Zehnkampf" auf Jamaika

Maier beim Superstar-Zehnkampf 2000: Diashow
Unser Hermann Maier hat es geschafft. Als erster Europäer gewann der dreifache Ski-Gesamtweltcupsieger den "Snapple Champion of Champions".
Der American-Football-Star Ronde Barber und Alberto Tomba landeten geschlagen auf den Plätzen. Mit drei Siegen in sieben Bewerben, einem zweiten und zwei dritten Plätzen war der Flachauer nicht zu schlagen.
Ein Sieg mit Hindernissen
Doch war es für Maier, wie so oft, ein Sieg mit Haken und Ösen. Zuerst der Quallenbiss und eine Ohrenentzündung, dann die Querelen mit Alberto Tomba, die "Rücksetzung" im 800-m-Lauf und die Diskussionen mit den Veranstaltern. Doch nach verrauchtem Groll schlug Maier zurück. Im Finallauf des Kajak-Bewerbs ließ er Tomba keine Chance, auch wenn der Italiener im Schwimmen die Reihenfolge umdrehte. "Aber mir ist beim Laufen ins Wasser die Brille verrutscht, ich hab' Wasser reinbekommen. Das Salz hat in den Augen wie die Hölle gebrannt, dann bin ich auch noch in die falsche Richtung geschwommen. Nächstes Jahr werd' ich mit Skibrille schwimmen."
Auch das noch: Knie geprellt
Auf den Schwimmbewerb folgte sofort der nächste Schock: Beim Training für seine Lieblingsdisziplin, dem Sea-Doo-Rennen, stürzte Maier und zog sich eine schwere Prellung zu. Obwohl Betreuer Heini Bergmüller sofort mit Eis zur Stelle war, konnte Maier das Knie nicht abbiegen. Doch auch das bremste den 28-Jährigen nicht mehr, das Rennen gewann er trotzdem und streifte dafür auch einen Sea-Doo (Jet-Ski) ein, den er auch in Österreich nützen will. "Des ist zwar nicht so leicht mit den Auflagen, aber dann bau ich mir halt einen See, da red ich mit unserem Bürgermeister."
Zweiter im Hindernislauf
Und ohne die Farce im 800-m-Lauf wäre Maier damit bereits vor dem Hindernislauf als Sieger festgestanden. So hatte aber Ronde Barber, der als Ersatz für Michael Johnson eingesprungen war, noch eine theoretische Chance, und der "Herminator" musste die Zähne zusammen beißen. Mit der zweitschnellsten Zeit machte er dann jedoch souverän den ersten europäischen Sieg perfekt.
KEIN Bier im Kühlschrank
Sein erster Weg nach dem Sieg führte ihn zum Kühlschrank, doch leider war dort kein Bier, um den Sieg mit der österreichischen Delegation zu feiern. Dazu kam als einer der ersten Gratulanten Alberto Tomba. Dessen Beteuerung, dass nichts an dem Protest ernst war, nahm Maier mit einem Lächeln hin. "Dass ich mit meinem dicken Knie und dem dicken Hals so gut gelaufen bin, hat mich echt gewundert. Der Sieg hier freut mich wahnsinnig. Aber es war ein harter Kampf mit mir selbst. Ich hab selten so hart gekämpft für etwas." Und so kann er sich ein drittes Antreten durchaus vorstellen - am liebsten, wenn Vorjahrssieger Jason Sehorn auch wieder dabei ist - um Revanche zu nehmen.
