Festigung seiner Position als Nr. 1 der Kärntner SPÖ

Wohl kaum ein Kärntner Politiker hat so viele Höhen und Tiefen in seiner Karriere erleben müssen, wie der heute in Klagenfurt mit knapp 90 Prozent als Landesparteivorsitzender der SPÖ bestätigte Peter Ambrozy.
Der heute 54-Jährige, der sich noch 1997 "endgültig" aus der Politik zurück ziehen wollte, ist heute wieder die unumstrittene Nummer Eins der Sozialdemokraten im südlichsten Bundesland. Es gilt daher als durchaus möglich, dass er bei der nächsten Landtagswahl 2004 auch Spitzenkandidat sein wird.
Lange SP-Laufbahn
Der am 20. August 1946 in Villach geborene promovierte Jurist Peter Ambrozy war schon früh zur SPÖ gestoßen. Seine Polit-Karriere startete er 1966 als Funktionär des Bundes Kärntner Studenten. Von 1973 bis 1979 war er Sekretär des damaligen Landeshauptmannes Leopold Wagner, von 1980 bis 1983 Leiter des Landtagsamtes. Im Juni 1983 wurde er zum Landesparteisekretär bestellt und zog in den Bundesrat ein. 1984 wechselte Ambrozy als Abgeordneter in den Kärntner Landtag.
Am 28. September 1988 wurde Ambrozy als Nachfolger von Wagner - dieser war in Folge des auf ihn verübten Attentates zurückgetreten - zum Landeshauptmann gewählt. Am 22. Oktober 1988 übernahm er auch den Vorsitz der SPÖ-Kärnten. Weil die Sozialdemokraten bei der Wahl am 12. März 1989 die absolute Mehrheit verloren, musste Ambrozy am 30. Mai den Landeshauptmann-Sessel räumen und an Jörg Haider abtreten. Er wurde Erster Landeshauptmann-Stellvertreter und war dies auch nach Haiders Abwahl im Juni 1991 unter Christof Zernatto (V).
Nach dem Verlust der Mehrheit im Regierungskollegium auf Grund des katastrophalen Wahlergebnisses vom 13. März 1994 musste Ambrozy den Parteivorsitz an Michael Ausserwinkler abgeben und von der Regierung als Klubchef in den Landtag wechseln. Der nächste Tiefschlag folgte 1997: Auf Grund einer Unterschriftenaffäre im SP-Klub trat Ambrozy am 3. Februar als Klubobmann zurück und legte einen Tag später auch sein Mandat zurück. Er sprach damals von einem "endgültigen Abschied von der Politik".
Phönix aus der Asche
Nach seiner Rehabilitierung durch das Gericht nahm Ambrozy am 6. November 1997 wieder sein Mandat im Landtag an, das er bis zum Ende der Legislaturperiode 1999 inne hatte. Im Herbst 1997 bewarb er sich als Stadtparteiobmann von Klagenfurt. Er setzte sich zwar in der Vorwahl durch, musste sich aber in der Stichwahl Ewald Wiedenbauer deutlich geschlagen geben. Bei der Erstellung der Klagenfurter Kandidaten für die Landtagswahl 1999 wurde Ambrozy an aussichtlose Stelle gereiht. Er zog sich daher in seinen Beruf als Landesbeamter (Unterabteilungsleiter für Katastrophenschutz) zurück. Außerdem wurde er Präsident des Roten Kreuzes in Kärnten.
Der "Paukenschlag" folgte am 12. Februar 2000, als sich Ambrozy auf einem Außerordentlichen Parteitag um die Nachfolge des Kurzzeit-Vorsitzenden Helmut Manzenreiter - er war auf den nach der Wahlniederlage 1999 zurück getretenen Ausserwinkler gefolgt - um den Parteivorsitz bewarb und in einer Stichwahl mit 55,39 Prozent gegen Frauenvorsitzende Melitta Trunk durchsetzte. Wenige Tage später wurde Ambrozy Zweiter Landeshauptmann-Stellvertreter (Landesrat Adam Unterrieder wechselte als Klubchef in den Landtag).
Ambrozy ist seit 1983 in zweiter Ehe verheiratet und hat mit seiner Frau Patrizia zwei Kinder (Michaela und Peter). Aus erster Ehe hat er eine Tochter (Karin).
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