Damit scheint die Regierungs-Nachfolge im Irak geklärt

Die Baath-Partei des irakischen Staatschefs Saddam Hussein hat dessen Sohn Kusai (35) in das Führungsgremium der Partei gewählt. "Damit ist Kusai schon halb zum Nachfolger seines Vaters bestimmt", kommentiert die überregionale arabische Zeitung "Al Hayat" am Samstag nach Abschluss des zwölften Parteikongresses.
Saddam Husseins ältester Sohn Udai, der zuvor Jahre lang als Nachfolger des Präsidenten im Gespräch war, soll wegen seiner groben und anmaßenden Art aus dem Rennen sein. Der Parteikongress wählte mit Hoda Saleh Amaash überdies erstmals eine Frau in das Führungremium.
Kusai Saddam Hussein, der Jus und Politik studiert hat, ist bereits Chef der Republikanischen Garde und Mitglied des einflussreichen Militärkomitees der Baath-Partei. Darüber hinaus ist er an strategischen Entscheidungen der Geheimdienste beteiligt. In den vergangenen Jahren hat er zahlreiche Angehörige aus der Militärführung und der Elitetruppe seines Vaters entfernt. Anders als sein älterer Bruder Udai sei Kusai im Irak nicht als jemand bekannt, der dem Luxus hinterherlaufe, schrieb "Al Hayat".
Im Februar 1997 soll Kusai einem Attentat der irakischen Opposition entkommen sein, wie erst später bekannt wurde. Sein Vater Saddam Hussein wertete die Stellung des jüngeren Sohns bereits 1999 bedeutend auf, als er ihn mit allen Vollmachten der Präsidentschaft ausstattete. Kusai solle die präsidiale Macht "für Notfälle" erhalten, berichtete im August 1999 die in London erscheinende Zeitung "Asharq Al-Awsat". Kusai sei überdies ein Beratergremium zur Seite gestellt worden, dem führende Politiker angehörten wie Vizepräsident Taha Yassin Ramadan und Vizepremier Tarek Aziz.
Der ältere Saddam-Sohn Udai gilt als gewalttätig. Er hatte 1988 in einem Anfall von Jähzorn einen Freund seines Vaters getötet. 1995 löste er eine Familienkrise aus, als er einem Onkel ins Bein schoss und mehrere Leibwächter tötete. Saddam Hussein zündete aus Verärgerung über die Eskapaden seines Sohnes dessen Sportwagen-Sammlung an. 1996 wurde ein Attentat auf Udai verübt, von dessen Folgen er sich nur sehr langsam erholte. Udai ließ sich im vergangenen Jahr ins Parlament wählen. Er ist im Sicherheitsapparat, in der Sportpolitik und der staatlichen Presse aktiv.
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