Samstag, 19. Mai 2001

Aber: "Kritisieren allein ist zu wenig"

FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler übt einmal mehr Kritik am Koalitionspartner ÖVP. Vor allem am nicht gerade flotten Reformtempo der Kanzlerpartei stößt sich Zierler. Aber auch die eigenen Reihen werden ermahnt.

In der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" sagt sie: "Die ÖVP war es von jeher gewöhnt, dass alles ganz gemütlich geht und hat sich in den Zeiten der Großen Koalition einfach zurückgelehnt. Es ist sicher die FPÖ, die in dieser Regierung für Reformen steht und auf den etwas behäbigen Partner Druck ausübt."

Dem Wunsch von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) nach einer verstärkten Zuwanderung von ausländischen Fachkräften erteilt die FPÖ-Generalsekretärin eine Absage. Zierler fordert dagegen "rasche Ausbildungsinitiativen in diesem Bereich im eigenen Land". Die ÖVP sei allerdings "untätig". "Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) hat bisher nicht eine einzige sinnvolle Initiative in diesem Bereich zu Stande gebracht", so Zierler.

Zurück weist Zierler Kritik am FPÖ-Generalsekretariat aus den eigenen Reihen. "Kritisieren allein ist zu wenig, Zusammenarbeit ist gefragt. Der Job des Generalsekretärs ist mit Sicherheit mehr Bürde als Würde."

Antwort von Brinek: Gehrer nicht "untätig"
Die ÖVP wies am Samstag den Vorwurf von FPÖ-Generalsekretärin Theresia Zierler, wonach Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP) "untätig" sei, zurück. "Ich habe Verständnis dafür, das politische Quereinsteiger nicht immer den Überblick darüber haben, was ein Minister in seiner Amtszeit bereits geleistet hat", so ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek in einer Aussendung. Der Vorwurf Zierlers lasse sich "nur durch Unwissenheit erklären und ist vollkommen absurd".

19.5.2001 12:21