Donnerstag, 17. Mai 2001

SPEZIAL: CLINTON-REISE

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton hat am Donnerstag in Warschau den Zorn von Globalisierungsgegnern auf sich gezogen. Clinton sei mit Eiern beworfen worden, als er ein Antiquitätengeschäft in der Warschauer Altstadt verließ, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

Etwa 150 Demonstranten warteten außerdem vor dem Hotel, in dem der Ex-Präsident vor zahlendem Publikum seine Ansichten über die Globalisierung der Weltwirtschaft vortragen wollte. Die Besucher des Festbanketts mit dem Clinton-Vortrag mussten für einen Platz im Publikum umgerechnet 25.000 Schilling zahlen. Das durchschnittliche Monatseinkommen in Polen beträgt knapp 7.000 Schilling.

Dabei drohen im jedoch Schwierigkeiten mit der Arbeitsbehörde. Denn er hat laut Medienberichten keine offizielle Arbeitsgenehmigung.
Das polnische Problem: Die Organisatoren hätten die Zuhörer zwar kräftig zur Kasse gebeten, nicht aber die notwendige Arbeitserlaubnis für Clinton besorgt.

Diplomatenpass verschafft keine Immunität
Auch ein Diplomatenpass verschafft Clinton keine Immunität vor dem polnischen Arbeitsrecht. Theoretisch gelten für den einst mächtigsten Mann der Welt die gleichen Vorschriften, die auch gegen ukrainische Schwarzarbeiter auf polnischen Baustellen angewandt werden. Für einen der zuständigen Beamten bei der Arbeitsbehörde offenbar keine leichte Entscheidung: "Ich kann doch nicht einfach den ehemaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten festnehmen und ausweisen!", klagte der irritierte Beamte.

17.5.2001 17:31