Der Ex-Chef der ÖVP im Interview

Berlusconi, Schüssel und Europa – darum sollte sich das NEWS-Interview mit ÖVP-Ehrenobmann Alois Mock drehen. Das berührendste Detail jedoch erzählte der Ex-Außenminister ganz erst am Ende des Gesprächs: Ein Nierenstein brachte ihn vor zwei Wochen in Lebensgefahr!
Donnerstag, 19. April. Abends. Mock daheim im Bad. Schweißausbrüche. Benommenheit. 40,7 Grad Fieber. Sein Frau ruft die Rettung. „Im Prinzip Lebensgefahr.“ So beantwortet Mock, die Frage, ob für ihn tatsächlich Lebensgefahr bestand. Seine Parkinson-Erkrankung, das bedenklich hohe Fieber, Sepsis-Gefahr, Vergiftung der Harnwege. Leidenschaftslos, trocken erzählt Alois Mock, wie es um ihn damals stand.
Das Interview
News: Wie sehen Sie den Wahlsieg Silvio Berlusconis? Wird er Auswirkungen auf Europa haben?
Mock: Ja, im Sinne einer effizienten Arbeitsweise. Es wird keine Reibereien geben, auch nicht mit der Linken Europas, man wird sich finden, die EU hat zurückgezogen.
News: Österreich ist die Schutzmacht Südtirols, dort fürchtet man Berlusconi und seine Wende.
Mock: Es gibt einige Leute in Berlusconis Partei, die da eine scharfe Sprache sprechen. Wenn, dann sind wir gefordert, da könnte Wien nicht tatenlos zusehen.
News: Wie beurteilen Sie die Beständigkeit dieser Koalitionsregierung? Wirkt sie für Sie wackelig oder stabil?
Mock: Überraschend stabilisiert, die Kollegen der FPÖ sind überraschend kompetent, das zwischenparteiliche Verhalten ist sehr gut. Dass ihr ein bissl Regierungserfahrung fehlt, liegt in der Natur der Sache. Aber Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer macht ihre Sache sehr, sehr gut.
News: Wie sehen Sie heute Jörg Haider? Er nimmt sich offenbar aus der Bundespolitik jetzt wieder etwas zurück.
Mock: Haider ist auch dabei kompetent. Er spielt das SPÖ-Spiel nicht mit. Er wird der Mann bleiben, der die FPÖ zur Regierungspartei gemacht hat. Er hat ihr eine historische Dimension gegeben.
News: War Schüssels Ankündigung am 1. Mai, bis 65 solle jeder arbeiten, o. k.?
Mock: Sachlich war es richtig, aber es wurde dieser Satz ziemlich kontraproduktiv interpretiert.
News: Bei den nächsten Wahlen könnte es knapp werden. Rot-Grün scheint immer stärker zu werden.
Mock: Halte ich nicht für realistisch, wenn Schüssels Regierung was zusammenbringt – Steuersenkung, Soziales, Familienpolitik. Dabei wird SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer momentan sicher unter seinem Wert geschlagen.
Das gesamte Interview lesen Sie in aktuellen NEWS
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