Mittwoch, 16. Mai 2001

Hilfspaket für selbstverschuldete Finanzkrise

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat neue Kredite an die Türkei im Umfang von acht Milliarden Dollar (9,12 Mrd. Euro/125,6 Mrd. S) gebilligt. Die neuen Kredite des IWF ebnen zudem weitere Kreditlinien der Weltbank im Umfang von zwei Milliarden Dollar den Weg.

In einer am Dienstag in Washington veröffentlichten Mitteilung des Währungsfonds hieß es, das Entscheidungsgremium des IWF hat den Kreditrahmen genehmigt.

Hilfspaket umfasst insgesamt 15,7 Milliarden Dollar
Türkische Regierungsbeamte hatten zuvor mitgeteilt, 3,27 Milliarden Dollar aus früheren IWF-Krediten sind ebenfalls noch im laufenden Jahr verfügbar sowie 2,45 Milliarden Dollar aus einem früheren Kreditrahmen der Weltbank. Zusammen mit den nun gebilligten IWF-Krediten beläuft sich damit das Hilfspaket von IWF und Weltbank für die krisengeschüttelte Türkei im laufenden Jahr auf 15,7 Milliarden Dollar.

Das türkische Parlament verabschiedete am Wochenende zwei Gesetze zur Reform des maroden Bankensektors und zur Privatisierung des Telekommunikationssektors und erfüllte damit die Bedingungen des IWF für die Auszahlung der Kredite.

Hilfspaket soll selbstverschuldete Finanzkrise bekämpfen
Mit dem Hilfspaket von IWF und Weltbank soll die Wirtschafts- und Finanzkrise in der Türkei bekämpft werden, die im Februar durch einen Streit zwischen Staatspräsident Necdet Sezer und Ministerpräsident Bülent Ecevit ausgelöst worden war.

Die türkische Zentralbank hatte daraufhin den Wechselkurs der türkischen Lira freigegeben, die seitdem mehr als 40 Prozent an Wert eingebüßt hat. Mit der De-Facto-Abwertung ihrer Währung hatte die Türkei ein früheres IWF-Hilfsprogramm aufgeben müssen, mit dem die Inflation bekämpft werden sollte.

16.5.2001 11:25