"Ich wollte nicht mehr in der Früh aufstehen"

So geht´s auch: Ein Wiener Magistratsbediensteter bastelte sich seine eigene Parkbewilligung. Was ihm zunächst Geld sparte, wird jetzt umso teurer. Warum er das tat? Er war zu faul, morgens seinen Wagen im nahem kostenfreien Bezirk zu parken.
Anspruch auf ein Parkpickerl hatte er nicht, weil er noch im Umzug begriffen war. Die Parkscheine waren ihm aber offensichtlich zu teuer, so dass ein 31-jähriger Wiener Magistratsbediensteter zunächst täglich am frühen Morgen seinen Wagen vor seiner neuen Wohnung rechtzeitig in einen nahe gelegenen, noch kostenfreien Bezirk "in Sicherheit" brachte. "Aber irgendwann ist mir das zu viel geworden. Ich wollte nicht mehr in der Früh aufstehen, wenn ich Nachtschicht hatte. Ich bin zu faul gewesen", erklärte der Beamte am Dienstag im Landesgericht.
Der als Kanalarbeiter beschäftigte Staatsdiener musste sich wegen Urkundenfälschung verantworten. Denn um sich die Parkgebühren zu sparen, dabei aber seinen wohlverdienten Schlaf nicht vorzeitig abbrechen zu müssen, hatte er folgende Idee: Er setzte sich an seinen Computer und bastelte einen "Parkbefreiungsschein". "Kraftwagen im Dienst des Magistrats", stand auf dem originellen Dokument, das er dann deutlich sichtbar an seinem Pkw anbrachte.
"Für die paar Stunden wollte ich einfach keine Parkscheine ausfüllen", erklärte der Mann. "Und was sagt jetzt Ihr Dienstgeber dazu?" fragte Richterin Claudia Ortner. - "Dass ich ein Idiot bin."
Mit 27.000 Schilling hat sich die Verwaltungsübertretung bereits zu Buche geschlagen. Zudem ist gegen den Beamten ein Disziplinarverfahren anhängig, das ihn nach Einschätzung seines Anwalts bis zu fünf Monatsgehälter kosten könnte. Wenigstens ersparte ihm jetzt die Richterin eine Verurteilung: Sie machte von der Diversion Gerbrauch. Der Übeltäter darf per Erlagschein eine Buße von 30.000 Schilling entrichten, dafür erspart er sich eine Vorstrafe. Er war damit ebenso einverstanden wie Staatsanwältin Susanne Waidecker.
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