"Da fragen Sie am besten meine Mitarbeiter."

Alt-Kanzler Klima im Zeugenstand: Abwicklung und Vergabe des Auftrages sei nicht seine Sache gewesen. So rechtfertigt sich Ex-Bundeskanzler zu den erhobenen Vorwürfen. Wenn "Unrecht" geschehen sei, so will er Aufklärung, schliesslich habe er selbst den Rechnungshof eingeschaltet.
Kein Detailwissen hatte Altbundeskanzler Viktor Klima (S) nach eigenen Angaben über die Auftrags-Vergabe an den SP-nahen Verein Euroteam. "Ich war persönlich in Auftragsvergabe und Abwicklung nie involviert", so Klima am Dienstag im Euroteam-Untersuchungsausschuss. Es sei ihm damals "egal" gewesen, wer mit der Koordination der Lehrlingsoffensive beauftragt werde. Bei Detailfragen zur Auftragsvergabe riet Klima den Abgeordneten: "Da fragen Sie am besten meine Mitarbeiter."
Welcher seiner Mitarbeiter den Namen Euroteam ins Spiel gebracht hatte, konnte Klima nicht mehr sagen: "Ich kann mich nur erinnern, dass jemand gesagt hat: 'Das wird so vergeben' und ich habe gesagt 'Mach ma's'. Das war nicht das Einzige, womit ich damals beschäftigt war." Er gehe jedenfalls davon aus, dass die Vergabe ordnungsgemäß abgelaufen sei, meinte Klima. Sollte dennoch "Unrecht" geschehen sein, "soll es aufgedeckt werden". Schließlich hab er selbst den Rechnungshof eingeschaltet.
Zu Euroteam-Chef Lukas Stuhlpfarrer, der sich als Lehrlingsbeauftragter der Regierung bezeichnete, habe er nur eine "lose" Beziehung gehabt, sagte Klima. Zum "Lehrlingsbeauftragten" habe er ihn jedenfalls nicht ernannt. Dass zwei seiner Mitarbeiter Euroteam-Funktionen hatten, sei ihm damals nicht bekannt gewesen. Sein Sohn, der vom Verein als Rechnungsprüfer geführt worden war, habe ihm glaubhaft versichert, davon nichts gewusst zu haben, so Klima.
"Zeit im Bild" beschnitten: Zensur?
Die Euroteam-Funktion des Klima-Sohnes Jan hatte im Sommer 1999 für einiges Aufsehen gesorgt. So wurde ein Beitrag in der "Zeit im Bild" ausgerechnet um jene acht Sekunden gekürzt, in denen von der angeblichen Verwicklung Jan Klimas in die Euroteam-Affäre die Rede war. Er selbst habe in dieser Sache sicherlich nicht interveniert, so Klima, der sich überhaupt nicht daran erinnern kann, "dass ich in meiner Amtszeit je persönlich beim ORF interveniert hätte." Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass einer seiner Mitarbeiter dem zuständigen ZiB-Redakteur seinen Unmut darüber kund getan habe, dass mit einem solchen Beitrag die Zukunft eines jungen Mannes gefährdet würde, der gerade einen Job bei einer US-Firma in Deutschland angetreten habe, meinte Klima.
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