FORMAT: Ein Bundesheer-Budget für die Schönheit

Es brummt im Kosmetik-Geschäft. Lippenstift, Duftwasser und Cremen aller Art gehen heuer so gut wie selten zuvor über die Ladentische Österreichs. Entsprechend boomt die Branche und neue Anbieter drängen auch schon auf den Markt.
Die Österreicher geben immer mehr Geld für Kosmetik-Artikel aus. Das Geschäft mit den Körperpflege-Produkten ist äußerst erfolgreich. Deshalb mischen jetzt neue Anbieter den Markt auf, die Alteingesessenen versuchen ihre Reviere zu verteidigen. Christian Mautner Markhof, Österreich-Chef der L’Oréal-Edelabteilung Parkofrance und Sohn des bekannteren Essig-und-Senf-Königs, freut sich: "Es hat schon in den letzten Jahren einen Trend zu mehr Kosmetik gegeben. Aber jetzt hat der große Run auf den Schönheitsmarkt begonnen."
Die Beauty-Händler expandieren fleißig
Händler wie Douglas oder die Import Parfumerie expandieren jetzt auf Teufel komm raus. Die Shops werden immer größer und prächtiger, Hersteller wie L’Oréal, Estee Lauder oder Chanel kommen gar nicht mehr damit nach, ihre innovativen Produkte in den neuen Regalen zu plazieren.
Ein Bundesheer-Jahresbudget für Kosmetika
Immerhin haben die Österreicher im Vorjahr 22,3 Milliarden Schilling – rund 1.800 Schilling pro Kopf – für Beauty und Wohlgerüche ausgegeben. Das war um neun Prozent mehr als im Jahr davor und entspricht vergleichsweise einem Jahresbudget des Bundesheeres.
Die Größten in der Branche:
Douglas: Am expansivsten ist die börsennotierte Kosmetikkette Douglas aus Deutschland. In Österreich gibt es dreißig Standorte mit dem türkisfarbenen Schriftzug.
Import Parfumerie: Ebenfalls auf Expansionskurs sind die französischen Import Parfumerien. Ihren Namen gemacht hat sich die Kette mit Dumpingpreisen für Sparefrohs.
Holzer: Mit 37 Geschäften in Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark, Salzburg und Tirol ist Holzer der größte Österreicher unter den Beauty-Retailern.
Le Duigou: Auch der Platzhirsch in Vorarlberg mit sieben Shops im Ländle und rund 200 Millionen Schilling Umsatz will kräftig wachsen. Deshalb zieht er jetzt gen Osten, um sich in allen Landeshauptstädten niederzulassen.
Topsi: Die Wiener Kette ist mit derzeit sieben Standorten zwar noch klein, nach eigenen Plänen aber nicht mehr lange: Innerhalb von drei Jahren soll sich die Zahl der Standorte verdoppeln.
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