Sofortige Öffnung soll Fachkräfte ins Land holen

Deutsche Experten warnen vor den Übergangsfristen. Die geplante EU-Osterweiterung stellt laut dem Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) keine Gefahr für den deutschen Arbeitsmarkt dar. Im Gegenteil: Die Fristen könnten sogar schaden.
"Die neue Welle der Zuwanderung wird uns auf dem Arbeitsmarkt eher helfen als schaden", sagte der Präsident des Berliner Instituts, Klaus Zimmermann, dem Nachrichtensender NTV laut einer am Samstag veröffentlichten Mitteilung. Anstelle von Übergangsfristen sei deshalb eine "sofortige Öffnung" angebracht.
Qualifizierte wanderns sonst in die USA ab
Damit sollen "Facharbeiter und die tatsächlich Qualifizierten" für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen und von einer Abwanderung in die USA abgehalten werden. Im Zuge der Erweiterung würden in den nächsten 15 Jahren schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen nach Deutschland kommen. Wie viele davon blieben, sei aber eine andere Frage, sagte Zimmermann. Er verstehe, dass der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seinem Plädoyer für Übergangsfristen Rücksicht auf bestehende Ängste nehmen wolle. "Aber man muss den Menschen erklären, dass diese Ängste unberechtigt sind", betonte der DIW-Präsident.
Zimmermann begrüßte die "dramatische Kehrtwende aller Parteien" in der Diskussion um Zuwanderung und Integration. Ausgelöst habe diese Korrektur die Einsicht, dass es auch bei hoher Arbeitslosigkeit Knappheitserscheinungen geben könne.

