Freitag, 11. Mai 2001

"Wasserkraft muss in österreichischen Händen bleiben"

Der Wiener Bürgermeister Häupl hielt einen flammenden Appell zur Beendigung des Strom-Krieges. Diese Form des Umgangs miteinander sei anachronistisch, meinte er.

Angesichts des europäischen Wettbewerbs sei es anachronistisch darüber nachzudenken, wie man dem anderen am Zeug flicken oder ihm die Aktien wegschnappen könne, kritisierte Häupl anlässlich der Präsentation eines neuen Wienstrom-Gewerbetarifs.

Häupl unterstützt den Entflechtungsvorschlag des niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (V). Dieser sieht vor, die Anteile der EVN-Gruppe am Verbund in Anteile an der Verbund-Wasserkrafttochter Austrian Hydro Power (AHP) umzuwandeln. Damit, so Häupl, käme es zu einer Bereinigung am heimischen Strommarkt, bei der die Wasserkraft in österreichischer Hand bleiben könne.

Innerösterreichische "Hahnenkämpfe" schaden nur
Er befürchte, "dass man die österreichische Lösung als Schirm hinhängt" und in Wirklichkeit Anteile an der österreichischen Wasserkraft lieber ans Ausland abgebe als diese der EVN und Wienstrom zum Kauf anzubieten, so Häupl: "Nichts gegen strategische Partner, wir werden sie brauchen. Aber es ist volkswirtschaftlich anachronistisch und lächerlich, was sich hier zum Schaden der Elektrizitätswirtschaft an inneröstereichischen Hahnenkämpfen abspielt."

Häupl betonte, weiter an einer Zusammenarbeit mit dem Verbund interessiert zu sein. Nichts hätte so schädliche Auswirkungen, als wenn feindliche Übernahmen auf der Tagesordnung stünden. Die Länder seien daher bereit, als Partner an einer gütlichen Lösung mitzuarbeiten: "Meinetwegen setzen wir auch einen Neubeginn." Am Zug sei nun allerdings der Bund als Verbund-Eigentümer. Häupl: "Es geht um die politische Verantwortung. Genau die ist jetzt angesprochen."

11.5.2001 15:06