Sonntag, 13. Mai 2001

Pilotenvereinigung und Lufthansa verhandeln wieder

Die Deutsche Lufthansa und die Vereinigung Cockpit haben die Tarifverhandlungen für die Piloten der Fluggesellschaft wieder aufgenommen. Ein Ende der Gespräche war zunächst nicht in Sicht.

Es werde am Sonntag "sicherlich noch kein Ergebnis geben", sagte der Cockpit-Sprecher Georg Fongern. Unterdessen zeigte sich Lufthansa-Chef Jürgen Weber angesichts der Gehaltsforderungen der Piloten besorgt über den Betriebsfrieden in seinem Unternehmen.

"Es fängt intern bereits kräftig an zu brodeln", sagte der Manager. Zum aktuellen Stand der Gespräche äußerte er sich nicht. Weber sprach vom "schwersten Tarifkonflikt in der Geschichte des Unternehmens". Entscheidend sei, die Wettbewerbsfähigkeit der Lufthansa zu sichern. Drei Tage nach dem ersten ganztägigen Streik der Piloten waren die Tarifverhandlungen am Sonntag nach Cockpit-Angaben wieder aufgenommen worden. Der Ort wurde geheim gehalten.

Bis zum Beginn der Verhandlungen habe die Lufthansa noch kein neues Angebot vorgelegt, sagte Fongern. Lufthansa hat bisher eine Einkommenssteigerung von durchschnittlich 10,6 Prozent im Grundgehalt plus einer Ergebnisbeteiligung von zwei Monatsgehältern für 2001 angeboten. Nach den Vorstellungen von Cockpit muss das Angebot für die von ihr vertretenen 4200 Piloten jedoch Einkommenssteigerungen zwischen 30 und 35 Prozent vorsehen. Cockpit will am kommenden Donnerstag erneut ganztägig streiken, falls es bis dahin keine Einigung gibt. Beim ersten ganztägigen Streik der Piloten am Donnerstag waren 936 von 1.140 geplanten Passagierflügen ausgefallen.

13.5.2001 20:24