Pillen-Hersteller verkleinert Welt-Imperium

Noch mehr Kündigungen: Die Berliner Schering AG will im Zuge eines weltweiten Umbaus ihrer Pharma-Produktion sechs Standorte schließen, darunter auch ihre Produktionsstätte in Wien. Insgesamt sollen 650 Angestellte entlassen werden. An Standorten wie Jena, Hamburg, Wien, den USA (Wayne) und Argentinien (Buenos Aires).
60 der rund 170 Mitarbeiter seien von den geplanten "Maßnahmen" am Produktionsstandort Wien betroffen, erklärte ein Schering-Sprecher am Donnerstag Nachmittag auf APA-Anfrage. Das Unternehmen versuche, bis Jahresende einen Käufer für das Werk zu finden, andernfalls werde man das Werk schließen. In Wien stellt Schering überwiegend Salben und Cremes her. Die mit dem Vertrieb befasste Schering-Repräsentanz in Wien bleibe unabhängig davon bestehen.
Der Schering-Konzern beschäftigt derzeit an 20 Produktionsstandorten in 15 Ländern rund 3.700 Mitarbeiter. Produziert werden feste (Tabletten), halbfeste (Salben) und flüssige Arzneiformen. Bis spätestens 2005 sollen die weltweiten Produktionskapazitäten auf 14 Produktions-Standorten konzentriert sein, dabei soll sich jeder Standort weitestgehend auf jeweils eine Arzneiform spezialisieren.
Neu Strategie bringt Millionen-Einsparungen
Eine solchermaßen global vernetzten Produktion verschaffe Schering deutliche Wettbewerbsvorteile durch "effizientere Gestaltung und Optimierung der globalen Versorgungsketten", argumentiert das Unternehmen. Die Produktionskosten sollen bei einer gleichzeitigen weiteren Verbesserung des Qualitätsstandards verringert werden. Insgesamt erwartet Schering durch die Umsetzung der globalen Produktionsstrategie jährliche Einsparungen "in zweistelliger (DM-)Millionenhöhe".

