Schon über 250.000 Kündigungen angekündigt

Täglich neue Hiosbotschaften von Werksschliessungen und Massenentlassungen: Weltweit wurden immerhin eine Viertelmillion Entlassungen angekündigt. Die EU-Kommission will nun die sozialen Folgen von Massenentlassungen mildern.
Arbeitnehmer sollen in Zukunft ein Recht auf frühzeitige Information und Konsultation bekommen, wenn Unternehmen neu strukturiert werden.
"Die jüngste Welle der Ankündigungen von Großunternehmen, ihre Betriebe zu schließen oder umzustrukturieren, hat ein beunruhigendes Maß erreicht", hieß es am Donnerstag zum Hintergrund der Initiative von EU-Arbeitskommissarin Anna Diamantopoulou.
Reaktion der EU kann nicht ausbleiben
"Allein während der vergangenen Wochen wurden weltweit über eine Viertelmillion Entlassungen angekündigt", heißt es in dem Dokument weiter. Weil davon auch Europa betroffen ist, sei eine Reaktion der Gemeinschaft dringend erforderlich. Ausbildungs- und Umschulungsprogramme der Unternehmen für betroffenen Arbeitnehmer seien eher die Ausnahme als die Regel, sagte Diamantopoulou. Hier müsse Abhilfe geschaffen werden, zumal in manchen Fällen ganze Regionen von dem plötzlichen Abzug eines großen Arbeitgebers betroffen seien.
Wenn ein Unternehmen seine Beschäftigten während des gesamten Prozesses einer Umstrukturierung mit einbeziehe, werde sich diese Loyalität gegenüber seinen Mitarbeitern und seinen Kunden auszahlen, sagte die Kommissarin. "Kluge Unternehmer wissen das und handeln bereits danach. Diese Erkenntnis zu vernachlässigen, kann teuer werden."
EU-Sozialfond für Not leidende Regionen
Unter anderem will die Kommission im Rahmen ihrer Initiative die Einrichtung einer Beobachtungsstelle für den industriellen Wandel beschleunigen und den Einsatz von Maßnahmen zur Unterstützung des Arbeitsmarktes fördern, um auf die sozialen Folgen von Unternehmens- Umstrukturierungen zu reagieren. Dazu gehöre etwa die Möglichkeit, aus dem Europäischen Sozialfonds Mittel an wirtschaftlich Not leidende Regionen zu vergeben.

