USA und Japan begrüssen die Leitzinssenkung

Die USA und Japan haben am Freitag die überraschende Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag begrüßt. Der US-Finanzminister Paul O'Neill beurteilte den Zinsschritt der EZB als "vernünftig und angemessen".
Sein japanischer Kollege Masajuro Shiokawa sagte in Tokio, die Schlüsselzins-Senkung sei "eine sehr gute Sache". Die EZB habe mit dem Zinsschritt auf die weltweit rückläufige Wirtschaftsentwicklung reagiert. Der japanische Wirtschaftsminister Heizo Takenaka nannte die Zinssenkung "sehr begrüßenswert". Damit betreibe die Zentralbank Politik in Übereinstimmung mit den USA und Japan.
Ausschlaggebend war niedrige Inflationsgefahr
Die EZB hatte am Donnerstag den für die Refinanzierung der Geschäftsbanken maßgeblichen Mindestbietungssatz beim Zinstender um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent reduziert. Analysten hingegen hatten im Vorfeld fast ausnahmslos mit unveränderten Zinsen gerechnet. EZB-Chef Wim Duisenberg begründete die Entscheidung mit niedrigeren Inflationsgefahren und betonte, die EZB habe nicht politischem Druck nachgegeben.
Bisher hatte die EZB erst ein Mal - im April 1999 - die Zinsen gesenkt. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) indes hatte ihre Schlüsselzinsen allein heuer in vier Schritten um insgesamt zwei Prozentpunkte gesenkt und Analysten erwarten eine weitere Reduzierung beim Zinstreffen am 15. Mai. Die Bank von Japan war ihrerseits im März de-facto zur Null-Zins-Politik zurück gekehrt. Die Bank von England (BoE) senkte am Donnerstag bereits zum dritten Mal die Leitzinsen.

