Personalvertreter drohte mit Streik bei Tyrolean

Die Aktionäre der Fluggesellschaft Austrian Airlines AG (AUA) haben am späten Mittwochabend nach einer knapp sechsstündigen Sitzung alle Tagesordnungspunkte wie vorgesehen verabschiedet und den Vorstand entlastet.
Beschlossen wurde die Ausschüttung einer Dividende von 0,30 Euro nach 0,51 Euro im Jahr davor, "um die für den weiteren Ausbau der Gruppe erforderliche Basis nicht zu belasten". Mittelfristig will die AUA aber an die höheren Dividenden der vergangenen Jahre anschließen. Insgesamt werden 10,2 Mill. Euro (140 Mill. S) aus dem Bilanzgewinn von 10,4 Mill. Euro ausgeschüttet.
Streik auch bei der AUA?
Aufhorchen ließ ein Personalvertreter der AUA-Tochter Tyrolean Airways, der in seiner Wortmeldung offen mit einem Streik im Juli drohte, falls bei den laufenden Kollektivvertrags-Verhandlungen zwischen Bordpersonal und Management keine Einigung erreicht werde. Die AUA-Vorstände Mario Rehulka und Herbert Bammer erklärten sich formal nicht zuständig, die Gespräche seien Kompetenz des Tyrolean-Managements.
Helmut Draxler wird nicht AUA-Chef
AUA-Aufsichtsratschef Johannes Ditz unterstrich erneut, dass das Vorstandsduo das Vertrauen des AR genieße. Er habe es "satt", ständig diesbezügliche Gerüchte zu kommentieren. Im "Standard" kolportierte Pläne, den scheidenden ÖBB-Generaldirektor Helmut Draxler als AUA-Vorstandsvorsitzenden in der AUA zu installieren, wies Ditz zurück: daran sei "derzeit" absolut nichts Wahres. Für die Zukunft schloss er Veränderungen im Vorstand aber nicht aus.
Verluste und schwacher Aktienkurs?
Der AUA-Führung wurde unter anderem vorgeworfen, im Vorjahr 2000 im operativen Flugbetrieb massive Verluste von zwei Mrd. S eingeflogen zu haben sowie am schwachen Kurs der AUA-Aktie schuld zu sein. Die AUA-Vorstände wiesen alle Vorwürfe zurück, genannte Zahlen seien "nicht nachvollziehbar", die Bilanzen seien korrekt erstellt, die Kursschwäche sei ein branchenweites Phänomen.

