Wächst die Pharma-Branche immer mehr zusammen?

Der am Montag erfolgte Einstieg von Novartis beim Konkurrenten Roche dürfte eine weitere Runde im Konzentrationsprozess der Chemie- und Pharmaunternehmen einläuten. Diese Ansicht vertrat der Österreich-Sprecher von Aventis und Geschäftsführer der heimischen Aventis Pharma GbmH, Hubert Dreßler, am Dienstag vor Journalisten in Wien.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser Schritt nicht vorbesprochen war", sagte Dreßler. Aussagen beider Unternehmen, der Einstieg sei nicht der erste Schritt zu eine Fusion, kommentierte Dreßler mit dem Satz: "Man kann auch an Märchen glauben".
Seiner Einschätzung nach sei der Einstieg sehr wohl der erste Schritt eines künftigen Zusammenwachsens, dem in der Folge ein Teil- oder Komplettzusammenschluss folgen werde. Beide Unternehmen hätten ein kaum überlappendes Sortiment. Es wäre logisch, wenn hier ein "weiterer sehr großer Spieler entstehen würde".
Novartis und Roch wären gemeinsam auf Platz drei
Gemeinsam könnten sich Novartis und Roche auf Platz 3 der größten Pharmaunternehmen katapultieren: Im Welt-Pharmamarkt hält Roche nach Analysten-Angaben einen Anteil von etwa drei Prozent, auf Novartis entfallen vier Prozent. Damit liegen sie auch gemeinsam deutlich hinter den Marktführern GlaxoSmithKline und Pfizer zurück.
Der weltweite Konsolidierungsprozess in der Branche werde weiter voranschreiten. Ein zusammenwachsender "Rochartis"- oder "Novroche"-Konzern würde andere Unternehmen unter Druck setzen und veranlassen, selbst "Pläne aus der Schublade zu ziehen". Im Unterschied zu anderen Bereichen, wo bis zu zehn Unternehmen den Weltmarkt dominierten, gebe es im Pharmabereich noch immer eine "unglaubliche Fragmentierung", so Dreßler.

