Mittwoch, 9. Mai 2001

Auto-Schnäppchen gibt's weiterhin im Supermarkt

Die Handelskette Edeka kann vorerst weiter Kleinwagen vom Typ "Punto" verkaufen. Das Landgericht Offenburg wird nach eigenen Angaben erst am kommenden Mittwoch in einer mündlichen Verhandlung über den von der Fiat AG geforderten Aktionsstopp befinden.

Dass das Gericht nicht unmittelbar die von Fiat geforderte Einsweilige Verfügung gegen den Verkauf erließ, wertete Edeka als ersten Erfolg.

Das "Punto"-Paket mit diversen Elektronikgeräten und dem Auto werde "auf jeden Fall" im Angebot bleiben, sagte Sprecher Duschan Gert. Fiat-Händler "von Holland bis Italien" hätten ihre Bereitschaft zum Liefern erklärt, falls der deutsche Händler sein Wort nicht halten wolle oder könne. Edeka bietet das Auto im Paket mit weiteren Geräten für 24.500 DM (12.527 Euro/172.370 S) an - und damit rund 25 Prozent unter dem Gesamtlistenpreis der Produkte.

Fiat beruft sich in seiner Forderung nach einem Verkaufsstopp unter anderem auf das Verbot so genannter Koppelungsgeschäft im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Gert sagte dazu, Edeka wolle mit dem Angebot "neue Wege gehen, da der singuläre Verkauf von Produkten nicht mehr zeitgemäß" sei. Nach Plänen der Bundesregierung sollen das 70 Jahre alte Rabattgesetz und die ebenso alte Zugabeverordnung noch in diesem Jahr ersatzlos gestrichen werden.

Punto auch über's Internet erhältlich
Edeka bietet die "Puntos" über das Internet sowie in rund 400 baden-württembergischen Supermärkten an. Die beiden Paketvarianten beinhalten neben dem Auto Produkte wie Notebooks, Computer-Drucker, Kameras, Handys oder einen Motorroller. Die Kunden sollen die Wagen selbst in Berlin abholen. Die Bahnreise dorthin sowie eine Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel mit Frühstück, Stadtrundfahrt und Tankgutschein im Wert von 50 DM für die Rückfahrt mit dem neuen Auto sind den Angaben zufolge im Preis enthalten.

9.5.2001 15:08