Donnerstag, 10. Mai 2001

Goldtor durch Ex-Rapidler Barisic

Der Sieg im Happel-Stadion gegen Rapid hat die Chancen des FC Tirol auf das Double kräftig erhöht. Am 27. Mai haben die Tiroler gegen Fast-Bundesliga-Aufsteiger FC Kärnten die Chance, nach acht Jahren die Cup-Trophäe wieder nach Innsbruck zu holen. Rapid schickt Schiri-Boss Kapl ein Video mit Tiroler Foulszenen - als "Vorführvideo, wie man ein Spiel nicht leiten soll".

Jara ließ Stammspieler wie Jezek, Alfred Hörtnagl und Anfang auf der Bank und berief die leicht angeschlagenen Gilewicz, Kirchler und Marasek erst gar nicht in den Kader. Doch die Hütteldorfer fanden auch gegen die arg geschwächten Tiroler nicht die spielerischen Mittel, zum ersten Mal seit 1995 wieder in ein Cup-Endspiel einzuziehen. "Wir haben gewusst, dass Rapid nach dem Derby noch müde sein wird und daher versucht, den Gegner laufen zu lassen", analysierte ein zufriedener Jara.

Dokupil beschwert sich über Spieltermin
Eine Tatsache, die Rapid-Sportmanager als Mitgrund für das Ausscheiden anführte. "Die Spielansetzung war eine Gemeinheit, wir waren klar benachteiligt", beschwerte sich Dokupil über die zu kurze Pause seiner Mannschaft nach dem Derby am Sonntag gegen die Austria, während die Innsbrucker schon am Freitag in Bregenz im Einsatz gewesen waren.

"Il genio" sieht rot
"Il genio" sah nach einer Rangelei mit dem eingewechselten Hörtnagl in der Schlussphase ebenso wie sein Widerpart die Rote Karte und muss nun hoffen, vor dem (heutigen) Strafsenat weniger als drei Spiele Sperre auszufassen. Ansonsten könnte der Montenegriner bereits am Mittwoch zum letzten Mal das grün-weiße Trikot getragen haben.

Ex-Rapidler schießt Grün-Weiß k.o.
Ein Spieler, den Dokupil bei Rapid aussortiert hatte, schoss seinen Ex-Klub kurz vor der Pause ins Jammertal. "Zoki hat bei Rapid das Freistoß-Schießen gelernt, wir profitieren jetzt davon", lobte Jara Goldtor-Schützen Zoran Barisic und ist überzeugt, dass der bald 31-Jährige von "zehn Freistößen acht versenkt". Der Kunstschütze selbst gab sich bescheidener. "Es war ein gutes Match mit Chancen auf beiden Seiten. Wir haben heute glücklich, aber auch clever gewonnen."

Rapid-Goalie Maier verletzt
Rapid-Goalie Maier, der in der 71. Minute mit Tirol-Stürmer Mair zusammengestoßen war und ausgetauscht werden musste, erlitt eine Oberschenkel-Verletzung, wird aber aller Voraussicht nach im kommenden Meisterschaftspiel der Hütteldorfer in der Südstadt gegen Admira Wacker auflaufen können.

"Wie man ein Spiel nicht leiten soll"
Der Fußball-Bundesligist Rapid Wien wird Schiedsrichter-Obmann Gerhard Kapl ein Video-Band schicken, auf dem die Fouls der Tiroler im Cup-Match am Mittwoch zu sehen sind - als "Vorführvideo, wie man ein Spiel nicht leiten soll", hieß es am Donnerstag in einer Presse-Mitteilung der Hütteldorfer.

"Man muss noch einmal die fürchterliche Leistung von Schiri Brugger zum Thema machen. Er war von Anfang an mit der Leitung des Spieles überfordert, nahezu jede Attacke der Tiroler war gelbwürdig. Dass Textilfouls nach Regulativ mit Gelb zu bestrafen wären, scheint Brugger entfallen zu sein", erklärte dazu Rapid-Sportmanager Ernst Dokupil.

10.5.2001 13:31