Knalleffekt in Hütteldorf und in Belgrad

Gerüchte rund um das sensible Rapid-Genie gab es schon. Jetzt ist es fix: Dejan Savicevic wird sich nächstes Jahr in einem Trainer-Triumvirat um die Yugoslawische Nationalmannschaft kümmern. Der Vertrag mit Rekordmeister Rapid endet am 30. Juni 2001. Verlängerung trotz Traineramt nicht ausgeschlossen.
Gestern Abend sorgt der Verband in Belgrad mit einem Paukenschlag. "Il Genio" wurde nach Belgrad in ein Nobelhotel eingeflogen und als Trainer präsentiert. Der 34-jährige Ex-Milan- und jetzige Rapid-Stratege wird gemeinsam mit seinem ehemaligen Teamtrainer Vujadin Boskov und Partizan-Belgrad-Präsident Ivan Curcovic ein "Dreigestirn" bilden.
Schnittstelle zwischen Trainer und Spieler
Hauptsächlich soll Dejan für die Legionärs-Auswahl verantwortlich sein. "Mein Bestreben ist es Schnittstelle zwischen den beiden anderen Trainern und den Spielern zu sein. Ich kenne viele von ihnen sehr gut, da ich noch mit ihnen einige Zeit für Jugoslawien gespielt habe", beschrieb "Il Genio" seine Erwartungen. Die Übergangs-Lösung soll vorerst
für die WM-Qualifikationspartien gegen Russland (2. Juni) und die Färöer-Inseln (6. Juni) halten.
Dejan will abwarten, wie die Meisterschaft ausgeht
Der Montenegriner will sich noch nicht festlegen, ob dieser Karriere-Sprung gleichzeitig den Abschied aus Hütteldorf bedeutet. "Ich spiele am Samstag gegen Admira und fliege danach wieder zu einem Organisations-Meeting nach Belgrad, bis Saisonende werde ich alle Rapid-Termine wahrnehmen", erklärte Savicevic. Zum Thema Rapid 2002 meinte der Super-Star: "Bis jetzt ist alles offen, Rapid ist noch nicht auf mich zugekommen. Man muss wohl abwarten, wie die Meisterschaft ausgeht." Könnte heißen, dass Savicevic doch noch mit dem Meisterteller und der Champions-League spekuliert. Rapid-Sportdirektor Ernst Dokupil droht jedenfalls binnen weniger Tage sein Mittelfeld mit Jens Dowe und "Il Genio" abhanden zu kommen. In Hütteldorf wurde man von den Ereignissen Rund um Savicevic überrascht.
