Montag, 7. Mai 2001

Rapid denkt an Titel und Cup, Dowe geht zur Austria

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Die violetten Fans ärgerten sich im "Derby des Jahres" grün und blau. Rapid der Erzrivale darf wieder hoffen, sogar mit einem Cup-Titel spekulieren. Bei der Austria ist hingegen Feuer am Dach. Beinahe schon "out" im Rennen um den UEFA-Cup Platz und Trainer Arie Haan wird mehr denn je kritisiert.

Als "Spiel des Jahres" hatte Rapid-Sportmanager Ernst Dokupil das Duell zwischen Rapid und Austria im Vorfeld tituliert. Zwar relativierte der 54-Jährige nach dem 2:0-Sieg der Hütteldorfer über den Erzrivalen am Sonntag seine Aussage auf "Derby des Jahres", für die "Veilchen" war es aber auf jeden Fall die Niederlage des Jahres. Die Haan-Truppe muss darauf hoffen, dass Rapid oder die Admira Cup-Sieger wird, damit die Violetten als Tabellen-Vierte noch einen UEFA-Cup-Platz ergattern.

Rapid zeigte kein Interesse mehr
Im Herbst noch "Mr. Rapid" werden die Dienste von Mittelfeld-Motor Jens Dowe offensichtlich in Hütteldorf nicht mehr gebraucht. Der Klub und der zuverlässige Deutsche haben sich offensichtlich auseinandergelebt. Dafür wird Jens im nächsten Jahr für den Sadtrivalen Austria Wien die Fäden ziehen. Der Stronach-Verein hat ihm einen 1-Jahres-Vertrag vorgelegt. Der Deutsche akzeptierte.

Rapid kann ohne Druck spielen
"Über unsere Titelchancen sollen sich andere den Kopf zerbrechen. Mir ist wichtig, dass wir mit diesem Erfolg ziemlich sicher im internationalen Geschäft sind", erklärte Rapid-Trainer und Direktor Ernst Dokupil nach dem Spiel. Die Überlegenheit seiner Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte führte er auf die bessere Raumaufteilung zurück: "Die Austria ist mit unserem System nicht zurecht gekommen. Jetzt können wir die noch ausstehenden Partien ohne Druck spielen", freute sich Dokupil, dessen Team den Rückstand auf Meister Tirol drei Runden vor Schluss auf vier Punkte reduzierte.

"Wahnsinnige Kulisse!"
Grund zur Freude hatte auch Roman Wallner, der in der 79. Minute nach einem sehenswerten Konter für die Entscheidung sorgte und die 14.400 Zuschauer im Happel-Stadion als "wahnsinnige Kulisse" bezeichnete. "Für mich war es besonders schön, gleich in meinem ersten Spiel im Happel-Stadion ein Tor zu schießen", meinte der Neo-Teamspieler. Die Kulisse wurde in der Schlussphase des Spieles allerdings in negativer Hinsicht immer "wahnsinniger". Austria-Fans lieferten sich mit der Polizei einen Kleinkrieg, versuchten das Spielfeld zu stürmen. In Transparenten machten die Fans ihrem Unmut mit Stronach-Mann Arie Haan Luft. In Sprechchören forderten sie die Rückkehr von Herbert Prohaska. Die Rapid Fans brachten es vielleicht auf den Punkt, sie hängten ein Transparent mit dem Wortlaut "Der Tag an dem die Austria starb" auf.

GAK und Salzburg riechen wieder Lunte
In der Tat drohen die ehrgeizigen Pläne der Klubführung Schiffbruch zu erleiden. Der Rückstand auf Rang drei beträgt bereits fünf Punkte und im Kampf um Platz vier, der nur unter Umständen zur UEFA-Cup-Teilnahme berechtigt, haben der GAK und Austria Salzburg wieder Lunte gerochen. Im Titel-Duell müssen sowohl Tirol als auch Rapid am Wochenende bei Abstiegskandidaten antreten. Der Meister trifft auf Schlusslicht LASK, Rapid bekommt es mit der Krankl-Truppe Admira Wacker Mödling zu tun.

7.5.2001 17:34