64 Tote innerhalb von wenigen Tagen erschrecken

Überschattet von zahlreichen Gewalttaten ist der Wahlkampf für die Parlaments- und Kommunalwahlen auf den Philippinen am Sonntag zu Ende gegangen. Im Verlauf der letzten Tage sind insgesamt 64 Menschen, darunter auch ein Abgeordneter, im Zusammenhang mit dem Wahlkampf getötet worden.
Die Wahl an diesem Montag gilt als wichtiger Test für Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo (Bild), die erst vor drei Monaten als Staatsoberhaupt vereidigt worden war. Tausende von Soldaten und Polizisten wurden aufgeboten, um eine ordnungsgemäße Wahl sicher zu stellen.
Mehr als 36,5 Millionen Bürger sind aufgerufen, 13 Senatoren, 262 Kongressabgeordnete und mehr als 17.000 regionale und kommunale Volksvertreter zu wählen. Regierung wie Opposition warfen sich gegenseitig vor, sie wollten die Wahl durch Manipulationen gewinnen. Nach Ansicht von Beobachtern braucht Macapagal Arroyo einen deutlichen Wahlsieg, um ihre Legitimität zu unterstreichen. Ihr Amtsvorgänger Joseph Estrada war am 20. Jänner in einem unblutigen Volksaufstand entmachtet worden, nachdem ihm Militär und Polizei die Unterstützung entzogen hatten.
Der inzwischen wegen illegaler Bereicherung und Korruption inhaftierte Estrada zweifelt - ungeachtet zweier Entscheidung des Obersten Gerichtshofes - nach wie vor an, dass die 54 Jahre alte Präsidentin rechtmäßig im Amt ist. Er rief seine Anhänger auf, die Wahl zu einer Protestdemonstration gegen Macapagal Arroyo zu machen. Estrada wird derzeit wegen einer fiebrigen Bronchitis und akuten Arthritis im Krankenhaus behandelt.
Eine Gruppe von sechs bewaffneten Männern überfiel am Samstagabend den Abgeordneten Marcial Punzalan, der an einer Wahlkampfveranstaltung für seine Frau in der südlich von Manila gelegenen Stadt Tiaong teilnehmen wollte. Diese kandidiert bei der Wahl zum Kongress für das Regierungsbündnis. In Sultan Saborongis, 920 Kilometer südlich der Hauptstadt, wurden vier Teilnehmer einer Wahlkampveranstaltung der Opposition getötet, nachdem eine Handgranate in die Menge geworfen worden war.
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