Rebellen: Gegenoffensive auf Armeestellungen

In Mazedonien ist der Start der volksübergreifenden Einheitsregierung verzögert worden. Das Parlament sollte der neuen großen Koalitionsregierung aus sechs Parteien bis spätestens Mitternacht ein Mandat geben. Die Albaner-Partei PDP meldete im Parlament neue Bedenken an.
Ministerpräsident Ljubco Georgievski rief vor der geplanten Abstimmung zum Kampf gegen die albanische Rebellen der "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) auf, die währenddessen eine neue Gegenoffensive begannen.
Mazedonien kämpfe mit einem gut organisierten, trainierten und außerhalb des Landes ausgerüsteten Feind, sagte Georgievski. Unter dem Deckmantel der Menschenrechte wollten die Rebellen Mazedonien zerstören. "Darum haben wir diese große Koalition der politischen Einheit gebildet", sagte er.
Sein Kabinettsvorschlag an das Parlament sah vor, dass die mazedonischen Parteien VMRO-DPMNO und die Sozialdemokratische Union SDSM wichtige Ministerien wie Verteidigung, Inneres, Finanzen und das Außenministerium bekommen. Die Albaner-Parteien DPA und PDP sind danach für Arbeit und Soziales, Wirtschaft, Justiz und lokale Selbstverwaltung zuständig.
Die neue Regierung will den Konflikt zwischen Regierungstruppen und den albanischen Rebellen eindämmen, ohne dafür ein genaues Programm vorgestellt zu haben. Die Parteiführer vereinbarten einen intensiveren politischen Dialog. Außerdem soll es vorgezogene Parlamentsahlen geben.
Die albanischen Rebellen begannen unterdessen eine Gegenoffensive auf Stellungen der mazedonischen Armee. Die Rebellen hätten dafür schwere Waffen bis an den Ortsausgang des von ihnen besetzten Dorfes Vaksince positioniert, teilten Armeekreise in Skopje mit. Die Angriffe hätten begonnen, während das Parlament in Skopje zusammentraf.
Die Gefechte zwischen mazedonischen Truppen und albanischen Rebellen waren am Wochenende ungeachtet der Einigung auf die Einheitsregierung neu entflammt. Die Armee griff die Rebellen im Norden des Landes an und tötete nach eigenen Angaben mehr als 30 albanische Kämpfer.
Belgische Einheiten der Friedenstruppe KFOR bereiteten wegen Sicherheitsbedenken einen Abzug aus der nordmazedonischen Stadt Kumanovo vor. Ein Teil der Friedenstruppe werde an den Flughafen bei Skopje verlegt, die restlichen Einheiten zögen ins benachbarte Kosovo ab, sagte der belgische Armeesprecher in Kumanovo, Major Edddy Custine.
Mazedonien wird seit Anfang des Jahres von einem bewaffneten Konflikt zwischen den Rebellen und der Regierung in Skopje erschüttert, der das Land an den Rand des Kriegs gebracht hat. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte. Die politischen Forderungen der Albaner blieben bisher weitgehend unerfüllt. Zwei große Militäroffensiven der Armee konnten die Rebellen bisher nicht aus dem Land vertreiben.
Familiendrama in St. Pölten21:30
Vater schießt auf SohnUnfassbarer Vorfall in Volksschule Wagram. Auch Tochter aus Klasse geholt
Canyoning-Unfall20:30
Zwei TodesopferTeilnehmer einer Gruppe stürzen in Bachbett - Beide erleiden tödliche Verletzungen
Fleischfressende Bakterien10:56
Angst vor Killer-KeimenStudentin in den USA ringt ums Überleben - Expertin klärt auf: Fälle auch in Österreich
