Vorwürfe gegen Berichterstattung zurückgewiesen

Nun ist es offiziell: Der Gründer und Herausgeber des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", Rudolf Augstein, hat erstmals Stellung zu den Vorwürfen genommen, das Blatt habe nach dem Krieg ehemalige Nazis beschäftigt.
"Ja, es hat beim 'Spiegel' in den Anfangsjahren auch einige ehemalige Nazis gegeben", zitiert die "Welt am Sonntag" den 77-Jährigen. Die Vorwürfe träfen aber den "Spiegel" ebenso wenig wie ihn selbst.
Wer den Schluss ziehen wolle, "der 'Spiegel' habe den Nationalsozialismus gerechtfertigt, sei gar antisemitisch, hat den 'Spiegel' nicht unbefangen gelesen", erklärte Augstein. Der Publizist soll am Sonntag in Frankfurt mit dem angesehenen Ludwig-Börne-Preis geehrt werden. Die Preisverleihung ist wegen der Vorwürfe gegen Augstein umstritten. Neben der Beschäftigung ehemaliger Nazis wird ihm auch vorgeworfen, er habe den Reichstagsbrand wider besseres Wissen allein dem Niederländer van der Lubbe angelastet.
Augstein schreibt derzeit seine Memoiren. Er will auch den größten Teils seines Vermögens in eine Stiftung einbringen, zitierte die "Welt am Sonntag". Diese soll Künstler und Journalisten fördern und karitativen Zwecken dienen. Augstein erklärte, er gehe nicht davon aus, dass eines seiner journalistisch tätigen Kinder seine Nachfolge antreten werde: "Das könnten die im Augenblick gar nicht, das wollten die im Augenblick gar nicht und sie würden im Augenblick auch gar nicht akzeptiert." Wer auch immer ihm nachfolgen werde, der werde "gnadenlos in fünf Jahren verheizt", sagte Augstein.
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