Samstag, 12. Mai 2001

Autobombe im Stadtzentrum explodiert

Einen Tag vor der Wahl im Baskenland sind bei einem Autobombenanschlag in Madrid nach offiziellen Angaben am Samstag bis zu 15 Menschen verletzt worden. Ein anonymer Anrufer habe die Behörden im Namen der baskischen Untergrundorganisation ETA kurz vor der Detonation gewarnt.

Im nordspanischen Baskenland wird am Sonntag das Regionalparlament gewählt. Innenminister Mariano Rajoy sagte am Tatort, einer belebten Straße im Zentrum der Hauptstadt, es hätte ein Massaker geben können. Zehn bis 15 Menschen würden behandelt.

Die Detonation ereignete sich gegen 23.30 Uhr MESZ an der Kreuzung von zwei stark belebten Hauptstraßen in der Innenstadt. Die Polizei riegelte das Viertel zwischen Goya- und Lagasca-Straße umgehend ab. Nach Feuerwehrangaben erlitten die beiden Wachmänner einer Bank schwere Verletzungen. Einer von ihnen wurde unter den Trümmern eines Gebäudes begraben.

Elf Passanten erhielten nach Angaben von Rettungskräften Schnittwunden durch umherfliegendes Glas. Insgesamt acht Menschen mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Bombe war vor einer Filiale der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria explodiert, einer der größten spanischen Banken, die im Baskenland beheimatet ist.

Die ETA, die seit drei Jahrzehnten für einen unabhängigen Baskenstaat in Nordspanien und Südfrankreich kämpft, wird für den Tod von etwa 800 Menschen verantwortlich gemacht.

12.5.2001 16:24