Donnerstag, 10. Mai 2001

Aber Kritik an Details der EDV-Beschaffung

Lob freut auch die Pensionsversicherungen: Der Rechungshof kam zum Schluss, "dass sich die Produktivität bei den Pensionsversicherungsanstalten der Arbeiter und der Angestellten seit 1982 durch den EDV-Einsatz "wesentlich verbessert hat". Kritik gibt´s auch: Allerdings nur an Details der EDV-Beschaffung.

Nach Ansicht des RH hat es die Angestelltenversicherung verabsäumt, "ihren Personalstand im Gleichklang zur erreichten EDV-Unterstützung zurückzunehmen".

Die Angestelltenversicherung hat ihr Verwaltungspersonal seit 1982 um fünf Prozent verringert, die Arbeiterversicherung hingegen um 13 Prozent. Das Verhältnis der Verwaltungskosten zu den Versicherungsleistungen sank von 1982 bis 1998 bei der Angestelltenversicherung von 2,5 auf 1,4 Prozent, bei der Arbeiterversicherung von 2,0 auf 1,6 Prozent.

Der RH empfiehlt, im Rahmen des im Hauptverband eingerichteten Controlling aussagekräftige und von allen Sozialversicherungsträgern akzeptierte Messgrößen als Basis für Leistungskennzahlen zu erarbeiten. Die Einigung aller Pensionsversicherungsträger, ein Gesamtkonzept für die gemeinsame Software-Unterstützung des Aufgabenbereichs Pensionen zu entwickeln, begrüßt der RH, weil er sich davon eine deutliche Senkung der Entwicklungskosten erwartet.

Kritik äußert der RH aber an Details des Aufbaues eines EDV-Systems bei den Pensionsversicherungsanstalten und im Hauptverband. So habe etwa die Arbeiterversicherung durch die Auftragsvergabe an einen Generalunternehmer den Kreis eingeschränkt, sodass der Versicherung "die Vorteile des Wettbewerbes nicht voll zugute kamen". Außerdem beanstandet der RH eine verfrühte Begleichung einer Rechnung, die wegen der Aufnahme eines Kredites einen vermeidbaren Zinsaufwand von vier Mill. S verursachte.

Kritik wegen Zukauf von Fremdleistungen
Auch der Zukauf von Fremdleistungen bot dem RH Anlass für Kritik. Angesichts der hohen Stundensätze erachtet es der RH "für unwirtschaftlich, Entwickler- und Programmierkapazitäten über mehrere Jahre hindurch zuzukaufen. Selbst unter Berücksichtigung des Pensionsaufwandes hätten der Hauptverband und die überprüften Pensionsversicherungsträger dreimal so viel eigenes Personal aufnehmen und damit eine entsprechend größere Entwicklungsmannschaft einsetzen können. Dies hätte einerseits kürzere Fertigstellungszeiten und andererseits eine entsprechende Nachwuchspflege ermöglicht."

Zusammenfassend empfiehlt der RH dem Hauptverband, die von Beratungsunternehmen vorgeschlagenen Sofortmaßnahmen zügig umzusetzen und seinen Personaleinsatz "auch durch Neuaufnahmen" zu verstärken. Dem Leiter des Chipkarten-Projektes solle "zwecks zügiger Projektabwicklung" ein "entsprechendes Pouvoir" eingeräumt werden.

Rechnungshof-Vorschläge
Die Angestelltenversicherung sollte bei Personalaufnahmen "zurückhaltender" sein. Die Arbeiterversicherung sollte "ihre Abhängigkeit vom bisherigen Hauptlieferanten verringern und um eine Verbesserung ihrer Einkaufskonditionen bemüht sein". Außerdem solle sie aus Sicherheitsgründen ein Ausweichrechenzentrum errichten und bei den Verwaltungsangestellten die Vollausstattung mit PCs anstreben. Den beiden Pensionsversicherungen und dem Hauptverband empfiehlt der RH, die Zahl der Zutrittsberechtigten zu den Rechenzentren drastisch zu verringern und bauliche Verbesserungen in den Rechenzentren durchzuführen. Außerdem sollten sie "verstärkt eigenes Fachwissen aufbauen".

10.5.2001 12:40