Schusswechsel im Flüchtlingslager Rafah

Zum dritten Mal binnen weniger Stunden ist die israelische Armee auf autonomes Palästinensergebiet im Gazastreifen vorgedrungen. Mit Panzern fuhren Soldaten in das Flüchtlingslager Rafah im Süden des Gazastreifens und lieferten sich dort einen Schusswechsel mit der palästinensischen Polizei.
Die israelische Armee hat in dem Flüchtlingslager mehrere Häuser zerstört. Die Armee ist mit Planierraupen und gepanzerten Fahrzeugen auf das palästinensisch verwaltete Gebiet vorgedrungen und hat im Lager Yebna an der ägyptischen Grenze mindestens drei Häuser und zwei Polizeiposten zerstört. Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, es habe sich um eine technische Operation gehandelt mit dem Ziel, das unter israelischer Kontrolle stehende Gebiet an der Grenze zu räumen.
In den israelischen Kreisen hieß es, Israel übe die Kontrolle gemäß einer Vereinbarung mit den Palästinensern aus. Das Gebiet habe sich zu einem Brennpunkt des seit sieben Monaten anhaltenden Palästinenser-Aufstandes entwickelt. Zuletzt seien am Mittwoch von dem Gebiet aus mehrere Mörserpatronen abgeschossen worden.
An die Räumung schloss sich ein Feuergefecht an, in dem sieben Menschen verletzt wurden. Sechs von ihnen waren Krankenhaus-Angaben zufolge Palästinenser. Nach israelischen Angaben wurde ein Soldat leicht verletzt.
Israel ist in den vergangenen Wochen mehrfach auf palästinensisches Gebiet vorgedrungen. Im Verlaufe der Friedensverhandlungen hat es seit 1993 Teile der 1967 besetzten Gebiete in palästinensische Verwaltung entlassen. Die Verhandlungen sind unterbrochen.
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