Ein erster Antrag war abgewiesen worden

Die argentinische Richterin Maria Servini de Cubria hat Anklage gegen den früheren chilenischen Diktator Augusto Pinochet erhoben und erneut dessen Auslieferung gefordert. Die Richterin will Pinochet wegen der Ermordung des früheren chilenischen Generalstabschefs Carlos Prats und dessen Frau 1974 in Buenos Aires durch die chilenische Geheimpolizei vor Gericht bringen.
Einen entsprechenden Bericht von Radio Chile vom Dienstag bestätigte das argentinische Außenministerium.
Die Anklage sei bereits am 21. März erhoben worden und betreffe auch den damaligen DINA-Chef Manuel Contreras sowie fünf weitere Ex-Agenten. Die Anklage sei erhoben worden, um die in Chile geltenden gesetzlichen Voraussetzungen für eine Auslieferung zu erfüllen, hieß es. Die argentinische Justiz werde in Kürze einen offiziellen Antrag auf Auslieferung Pinochets beim Obersten Gerichtshof in Santiago einreichen. Ein erster Antrag war wegen der fehlenden Anklage abgewiesen worden.
Pinochet steht auch in seiner Heimat unter Anklage wegen seiner Verantwortung für 57 Morde und 18 Entführungen durch die so genannte Karawane des Todes 1973. Insgesamt sind in Chile bei zwei Richtern mehr als 253 Anzeigen gegen den früheren Alleinherrscher wegen Verbrechen unter der Militärdiktatur (1973-1990) anhängig. Die Verteidigung will den 85-Jährigen jedoch wegen altersbedingter Gebrechen für verhandlungsunfähig erklären lassen und damit dem Zugriff der Justiz endgültig entziehen.
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