Dienstag, 8. Mai 2001

Binder: "Politiker werden sich noch wundern"

Horst Binder, seines Zeichens Ex-Leibwächter des Kärntner LH Jörg Haider, geht unter die Schriftsteller. Er will in einem Buch bisher geheime Fakten zur Spitzel-Affäre veröffentlichen.

Er schreibt das Buch gemeinsam mit einem befreundeten Journalisten und ist derzeit auf der Suche nach einem "serösen Verlag", erklärte Binder.

Binder war im Zuge der Spitzel-Affäre selbst unter Verdacht geraten. Dabei ging es um einen angeblich im Keller seines Hauses gefundenen Brief, den er im Zusammenhang mit geheimem Polizeiakten an Haider gerichtet haben soll. Wie Binder dazu erläuterte, seien die diesbezüglichen Ermittlungen gegen ihn abgeschlossen und alle Berichte lägen vor. Binder: "Mein Anwalt geht davon aus, dass die Sache eingestellt werden muss". Alle Anschuldigungen gegen ihn seien "nebulos" gewesen und er sei zur gesamten Causa gekommen "wie die Jungfrau zum Kind"

In einem Printmedium wird Binder im Hinblick auf sein kommendes Buch mit den Worten zitiert: "Laut einem ersten Konzept, das wir erstellt haben, sollen darin einerseits - unterstützt durch Originaldokumente, die mir vorliegen -, bisher unveröffentlichte Fakten angeführt werden. Andererseits will ich die gesamten Ereignisse aber auch aus meiner ganz persönlichen Sicht schildern, die man in dieser Form durchaus als Reality-Krimi bezeichnen könnte". Und Binder weiter: "Manche Politiker und Beamte werden sich ordentlich wundern. Ich werde alles mit meinem Rechtsanwalt klären."

Binder erklärte, er wolle mit Hilfe seines Buches insbesondere auch den Bürgern nahe bringen, "was passiert, wenn Unschuldige in die Maschinerie der Justiz geraten" und in der Öffentlichkeit angeprangert würden. Jedenfalls werde er mit Material aufwarten, "von dem die Journalisten bisher noch nichts wissen". Falls er keinen "serösen" Verlag finden sollte, werde er sein Buch im Eigenverlag heraus bringen, kündigte Binder an.

8.5.2001 11:43