"Schwarzbau"-Vorwurf: Bescheid ohne Rechtskraft

Der Neubau des Fußballstadions für die Salzburger Austria dürfte komplizierter werden als ursprünglich angenommen. Kritik gibt es vor allem, weil das neue Stadion die Sicht auf das Schloß Kleßheim verstellt. Jetzt fehlt den Betreibern auch der wasserrechtliche Bescheid.
Erneut als "Schwarzbau" bezeichneten Gegner des Salzburger Stadionprojektes das Bauwerk in Wals-Siezenheim am Montag bei einer Pressekonferenz in Salzburg. Die "Bürger Initiative Taxham 1999 (BIT99)" führt die mangelnde Rechtskraft des wasserrechtlichen Bescheides ins Treffen: fünf Berufungen dagegen sind anhängig. Aus Fristgründen sei außerdem ein Baubeginn vor 3. Oktober 2001 nicht rechtens. Die BIT99 hat heute ihr Ausstiegsszenario mit einer Rückkaufaktion der Grundstücke konkretisiert.
98 Millionen Schilling sollen zum Rückkauf genügen
Die BIT99 bietet der Stadionerrichtungsgesellschaft SWS in einem mit heutigem Datum versehenen Brief an, das Areal zurück zu kaufen - um 1.400 Schilling (101,7 Euro) pro Quadratmeter (gesamt 98 Millionen Schilling), da man nicht bereit sei, beim Kauf "derart überhöhte Preise" zu zahlen wie die SWS selbst, erläuterte Initiativen-Sprecher Franz Franzwa. Die BIT99 will eine Stiftung gründen und Bürgern sowie Firmen ermöglichen, wiederum maximal zehn bzw. hundert Quadratmeter der rückgekauften Grundstücke zu erwerben. "Dutzende Personen und etwa zehn Firmen" hätten bereits Interesse angemeldet, so Franzwa. Die BIT99 verlangt die Umwidmung des Stadiongeländes in "ewiges Naturschutzgebiet" sowie die Errichtung eines Parks.
Sofortiger Arbeitsstopp verlangt
In einem zweiten Vorschlag verlangt die BIT99 einen sofortigen Stopp der Arbeiten. Danach soll eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung von Sportverbänden und Bürgern Standorte für ein Mehrzweckstadion, das dem Breitensport offen steht, suchen. Im Gegenzug erklärt sich die BIT99 bereit, sämtliche von ihr eingebrachten Beschwerden und Berufungen zurück zu ziehen.
Ziviler Ungehorsam gegen das Stadion
Nicht nur der Beginn der Bauarbeiten, auch das Aufstellen der Ankündigungstafeln am Stadion-Standort sei nicht rechtens erfolgt, erklärt BIT99 Sprecher Franzwa. Eine Bodenveränderung dieser Art sei in einem Landschaftsschutzgebiet - welches das Areal immer noch darstellt - genehmigungspflichtig. Und diese Genehmigung fehlt, so Franzwa. Sollten die Vorschläge der BIT99 von der SWS nicht angenommen werden, behalte man sich alle "im rechtlichen Rahmen" befindlichen Maßnahmen vor, auch "zivilen Ungehorsam", so Franzwa abschließend.
Familiendrama in St. Pölten21:30
Vater schießt auf SohnUnfassbarer Vorfall in Volksschule Wagram. Auch Tochter aus Klasse geholt
Canyoning-Unfall20:30
Zwei TodesopferTeilnehmer einer Gruppe stürzen in Bachbett - Beide erleiden tödliche Verletzungen
Fleischfressende Bakterien10:56
Angst vor Killer-KeimenStudentin in den USA ringt ums Überleben - Expertin klärt auf: Fälle auch in Österreich
