Montag, 7. Mai 2001

Armee dringt wieder in Autonomiegebiet ein

Israelische Soldaten haben erneut einen palästinensischen Polizisten erschossen. Nach Palästinenserangaben griffen die Soldaten am Montag eine Polizeistreife nahe Hebron im Westjordanland an. Ein 30-jähriger Beamter war sofort tot, zwei weitere Polizisten wurden bei dem Angriff verletzt.

Im Gazastreifen und im Westjordanland drang die Armee palästinensischen Angaben zufolge erneut zweimal in autonomes Gebiet ein. Bei Dar Salah östlich von Bethlehem im Westjordanland lieferten sich die Soldaten heftige Schusswechsel mit Palästinensern. Im Süden des Gazastreifens griffen israelische Soldaten mehrere Polizeiposten in der Nähe des Flüchtlingslagers Khan Younis an. Die Armee bestätigte die Berichte zunächst nicht.

In Khan Younis war zuvor bei einem israelischen Granatenangriff ein palästinensisches Baby getötet worden. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erakat verurteilte den Angriff als "kriminellen und terroristischen Akt". Die israelische Armee hatte zuvor den Tod des vier Monate alten Babys als bedauert.

Der israelische Außenminister Shimon Peres hat unterdessen den Plan seines Landes verteidigt, die jüdischen Siedlungen im Westjordanland und Gazastreifen weiter auszubauen. Gleichzeitig bekräftigte er, Israel plane nicht, weiteres Land in den umstrittenen Gebieten zu beschlagnahmen. Den bereits bestehenden Siedlungen sollte allerdings das Recht eingeräumt werden, sich an natürliches Wachstum anzupassen. "Man kann Paaren doch nicht verbieten, Kinder zu bekommen", sagte Peres. Seine Erklärung erfolgte als Reaktion auf die Forderung einer internationalen Untersuchungskommission, alle Siedlungsentwicklungen einzufrieren.

7.5.2001 20:12