Freitag, 4. Mai 2001

Einführung kostet 900 Mio. Schilling

Eine gute und eine schlechte Nachricht: Das Ausfüllen des Krankenscheins soll bald der Vergangenheit angehören. Ab Mitte 2003 soll die Chipcard kommen. Die Kosten der Einführung: 900 Millionen Schilling. Gesundheitsdaten sollen auf der Card keine gespeichert sein.

Der Hauptverband der Sozialversicherung rechnet jedoch mit größeren Einsparungen in der Verwaltung. Die Wirtschaft steuert 300 Millionen Schilling zu den Kosten bei, sie erspart sich mit der Umstellung das Ausstellen von Krankenscheinen.

Keine Gesundheitsdaten gespeichert
Die Chipkarte wird als "Schlüssel" konzipiert. Das bedeutet dass, keine Gesundheitsdaten darauf gespeichert sind. Darauf enthalten sind nur der Name, das Geburtsdatum, die Versicherungsnummer, die Kartennummer und eine etwaige Befreiung von der Rezeptgebühr. Ziel ist es, den Zugang zu Anwendungen oder Daten entweder für den Karteninhaber selbst oder für den Arzt zu ermöglichen.

Ein Probebetrieb mit ausgewählten Ärzten soll im Burgenland in der ersten Hälfte 2002 starten. Danach soll in drei Wellen die Ausgabe der Karten an die rund acht Millionen Versicherten starten. Mitte 2003 soll die flächendeckende Ausstattung erreicht sein.

Sallmutter weist Kritik an Auftragsvergabe zurück
Hauptverbands-Präsident Hans Sallmutter zeigte sich überzeugt, dass die Auftragsvergabe an EDS/ORGA trotz der rechtlichen Schritte der unterlegenen Unternehmen dagegen halten wird. Der Beschluss des Verbandsvorstandes sei einstimmig erfolgt, auch die anwesenden Vertreter des Sozial- und des Finanzministeriums hätten keine Einsprüche erhoben. Der Verfassungsgerichtshof habe bereits entschieden, dass das öffentliche Interesse der Chipkarten-Einführung vor die Geschäftsinteressen von Mitbewerbern zu stellen sei.

4.5.2001 18:01