Donnerstag, 3. Mai 2001

Hersteller starten "Feldzug" gegen Raubkopien

Die weltweit größten Hersteller von Computersoftware starten jetzt auch in Österreich einen "Feldzug" gegen die ihrer Ansicht nach weit verbreiteten "Raubkopien". Eine spezielle Interessengemeinschaft beginnt mit der Fahndung nach illegal eingesetzter Software in Oberösterreich, die Ausdehnung auf alle anderen Bundesländern ist vorgesehen.

Man will in der ersten Phase aber den Firmen vier Wochen lang die Chance geben, sich freiwillig zu melden und die Lizenzen nachzukaufen.

Bei der Interessengemeinschaft handelt es sich um die "Business Software Alliance" (BSA), die 1988 gegründet wurde und sich weltweit für den Schutz von Software als geistigem Eigentum einsetzt. Hinter der BSA stehen laut deren Auskunft 85 Prozent der weltweit tätigen Hersteller von Standardsoftware.

Schaden von 1.039 Mill. Schilling
Nach Schätzung der BSA sind 36 Prozent aller in Österreich
Österreich gewerblich genutzter Software illegal, also Raubkopien, ohne dass die entsprechenden Lizenzgebühren bezahlt wurden". Allein 1999 sei den Softwareherrstellern ein ein Schaden von 67 Mill. US-Dollar (1.039 Mill. S) entstanden.

Informationen über Mitarbeiter und Verkäufer
Die BSA beziehe aus verschiedenen Quellen ihre Informationen über die illegale Verwendung von Software, erläutert Herrnleben: Aus den Firmen selbst, "weil immer wieder EDV-Verantwortliche ein schlechtes Gewissen haben", sowie von ehemaligen Mitarbeitern von Betrieben, ebenso von Mitbewerbern auf dem Markt und von Computerfirmen.

Wenn ein konkreter Verdacht auf Software-Piraterie vorliegt, dann werden die Sicherheitsbehörden sowie Staatsanwalt und Gericht eingeschaltet, die dann entsprechende Hausdurchsuchungen veranlassen. "

3.5.2001 15:21