Montag, 30. April 2001

Geplante Steuervereinfachung verzögert sich

Die Verrechnung von Umsatz- und Vorsteuer zwischen Unternehmen wird nicht, wie ursprünglich vom Finanzministerium angekündigt, schon im nächsten Jahr abgeschafft, sondern "frühestens 2003".

Das bestätigte Sektionschef Wolfgang Nolz vom Finanzministerium den "Salzburger Nachrichten" (SN, Montagausgabe).

Von der Maßnahme hatte sich die Wirtschaft eine bürokratische Entlastung erhofft. Denn der Durchlaufposten ist mit aufwendigen Manipulationen verbunden. Der "Umsatz" an Umsatzsteuer auf dem Papier beträgt pro Jahr 1,4 Billionen S, tatsächlich ins Budget fließen wie berichtet nur 240 Mrd. S (17,4 Mrd. Euro).

Grund für die Verzögerung sind laut "SN" nicht die Budgetvorgaben. Eine Abschaffung brächte sogar Mehreinnahmen für die Finanz, da sie hofft, damit den Missbrauch des Vorsteuer-Abzugs mit Schäden von 2,2 Mrd. S jährlich abzustellen.

Vielmehr gehe es darum, dass die Finanz noch nicht wisse, wie sie sich vor einer neuen Art des Missbrauchs schützt: Wenn auf Waren, die von Unternehmen eingekauft werden, keine Umsatzsteuer mehr aufgeschlagen wird, "wird sich bald jeder als Unternehmer bezeichnen", befürchtet Nolz. Private müssen weiterhin Umsatzsteuer berappen und wären deshalb bei Abholgeschäften versucht, sich als Unternehmer auszugeben. , schreibt die Zeitun

Abhilfe könnte, so der Bericht weiter, eine "Taxcard" schaffen: Anhand der Chipkarte soll erkennbar werden, ob eine Person legitimiert ist, für Unternehmen einzukaufen (etwa der Geschäftsführer).

30.4.2001 13:24