Freitag, 4. Mai 2001

Sohn von Nordkoreas Staatschef mit gefälschtem Pass

Japan hat den ältesten Sohn des nordkoreanischen Staatschefs Kim Jong Il wegen illegaler Einreise nach China abgeschoben. Der Mann, der seinen Namen mit Kim Jong Nam angegeben hatte, ist am Freitagmorgen in Begleitung zweier Frauen und eines Jungen nach Peking geflogen.

Die chinesischen Behörden hätten der Einreise von Kim und seinen drei Begleitern zugestimmt, meldeten das japanische Fernsehen und die Nachrichtenagenturen Jiji und Kyodo übereinstimmend. Die Angelegenheit sei auf formelle Weise auf Grundlage der Einwanderungsbestimmungen erledigt worden, sagte ein ranghohes Regierungsmitglied in Tokio. Die neue japanische Regierung unter Ministerpräsident Junichiro Koizumi verzichtete damit auf ein juristisches Verfahren gegen Kim Jong Nam.

Dieser war nach Medienberichten bereits am Dienstag auf dem Tokioter Narita-Flughafen verhaftet worden, als er mit einem gefälschten Pass der Dominikanischen Republik illegal einreisen wollte. Laut südkoreanischen Rundfunkberichten bekleidet Kim Jong Nam seit 1999 einen leitenden Posten im nordkoreanischen Geheimdienst. Kyodo zitierte südkoreanische Medien, wonach er seit anderhalb Jahren für den Geheimdienst arbeitet und designierter Nachfolger seines Vaters ist. Möglicherweise habe er in Japan Erkenntnisse über Nachrichtentechnologien sammeln wollen, zitierte Kyodo Experten.

4.5.2001 08:18