Donnerstag, 3. Mai 2001

Arafat will Gespräche wieder aufnehmen

Ex-US-Präsident Bill Clinton hat es nicht geschafft, aber vielleicht gelingt es seinem Nachfolger Bush, den Frieden im Nahen Osten herbeizuführen. Dieser hat nämlich seine Unterstützung im Bemühen um einen friedlichen Dialog zwischen Israelis und den Palästinensern zugesagt.

Nach einem Besuch im Weißen Haus sagte der israelische Außenminister Shimon Peres am Donnerstag, Bush habe ihm seine Bereitschaft zur Förderung direkter Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern signalisiert.

Peres fügte nach dem 45-minütigen Zusammentreffen mit Bush hinzu, der US-Präsident sei wohlwollend und gut informiert gewesen. Israel macht die Wiederaufnahme der Nahost-Verhandlungen vom Ende des Palästinenseraufstandes in den autonomen Gebieten abhängig. Ursprünglich hielt sich Bush in der Nahost-Politik eher zurück. Mittlerweile tritt die US-Regierung jedoch aktiver auf. Der Präsident selbst führt Telefongespräche mit Staatsmännern in der Region und empfängt sie zu Gesprächen in Washington.

Peres bestreitet Spannungen mit Sharon
Peres bestritt nach seinem Treffen mit Bush Spannungen zwischen ihm und Sharon. Die Koalition in Israel verfolge eine "gemeinsame Politik und hat ein gemeinsames Ziel", sagte Peres. Er bestritt zugleich, dass die israelische Armee bei einem Einsatz am Vorabend im autonomen Palästinensergebiet 20 Häuser in einem Flüchtlingslager zerstört habe. In Israel waren am Donnerstag Meinungsverschiedenheiten zwischen Peres und Sharon deutlich geworden. Während Peres Arafat bei Gesprächen in Washington als "Partner für den Frieden" bezeichnete, ließ Sharon am Donnerstag offiziell erklären, Arafat sei verantwortlich für die Gewalt in den Palästinensergebieten und habe "grünes Licht für die Fortsetzung von Angriffen auf Israel" gegeben.

Arafat plädiert weiterhin für Dialog
Arafat versicherte bei einem Treffen der blockfreien Staaten in Pretoria, sein Engagement gelte dem Frieden in Nahost. Zugleich machte er erneut seine Unterstützung des jüngsten ägyptisch-jordanischen Friedensplanes deutlich. Arafat fügte hinzu, eine internationale Schutzmission müsse die Palästinenser vor israelischer Gewalt abschirmen.

3.5.2001 20:00