Rund 200 Teilnehmer bei Pro- und Kontra-Demo

Entlang des Baugrundes, auf dem das Salzburger Stadion entstehen soll, formierten sich heute am Donnerstag Nachmittag die Gegner und Befürworter des Projekts. Während Letztere etwa 70 Kundgebungsteilnehmer aufboten, brachten es Erstere auf fast die doppelte Anzahl.
Die beiden nur etwa 50 Meter von einander entfernt abgehaltenen Demonstrationen verliefen ohne Zwischenfälle.
"Kein Stadion vor Schloß Kleßheim" oder "Umdenken - es ist noch nicht zu spät" stand auf den Transparenten der ungefähr 130 Stadiongegner zu lesen. Die Redner, darunter die Landtagsabgeordneten Andreas Schöppl (FPÖ) und Heidi Reiter (Grüne), formulierten die bekannten Bedenken gegen Größe und Standort des Projekts. Reiter stellte zudem die Frage nach der "Geschlechtergerechtigkeit" des Stadion-Neubaus: "Wie viele Männer werden vom Stadion profitieren und wie viele Frauen? Wo sind die Millionen, die für unsere Freizeit und unsere sportliche Entwicklung ausgegeben werden?"
"Gewalt ist auszuschließen"
Franz Franzwa, der Sprecher der Bürgerinitiative, meinte, nun seien "nicht nur Worte, sondern auch Taten zu setzen", wobei er gleich klarstellte: "Gewalt ist in der Bürgerinitiative auszuschließen." Vielmehr wollen die Gegner ihre "Bürgerrechte ausnützen", konkret ist an eine "Besetzung" des Areals gedacht.
Deutlich weniger Teilnehmer vermochte die Gruppe der Stadionbefürworter bei ihrer Demo aufzubieten. Unter den etwa 70 Teilnehmern fanden sich unter anderen Politiker wie der SP-Landtagsabgeordnete Wolfgang Rainer und der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Eduard Mainoni, dazu die Spieler des SV Salzburg und Rudi Quehenberger, Ex-Präsident der Salzburger Kicker und nun Vorsitzender des Vereins "Freunde des neuen Stadions und des Salzburger Fußballs". Auch der "Einsatz" selbst lief unter den Stadionfans eher schaumgebremst ab: Während jenseits der Front mit Transparenten und mehreren, sich abwechselnden Rednern gearbeitet wurde, setzten die Befürworter auf Trommeln, lila Schals und eher kurze Wortspenden, die im Wesentlichen die Bedeutung des Projekts für "Freizeit, Fußball und Familie" zum Inhalt hatten sowie darauf hinwiesen, dass das Schloss "unberührt bleibt".
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