Donnerstag, 3. Mai 2001

Eskalation nach dem Tod von zwei sSoldaten

Mit einem tödlichen Angriff auf zwei Soldaten haben albanische Rebellen den Konflikt in Mazedonien am Donnerstag weiter verschärft. Nachdem die Kämpfer der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) am Morgen in dem Ort Vaksenice eine Patrouille überfallen hatten, begann die Armee am Nachmittag eine neue Offensive.

Mit der Eskalation schien eine Verhandlungslösung für das Zusammenleben von slawisch-stämmigen Mazedoniern und Albanern in dem Balkanland wieder in die Ferne zu rücken.

Die albanischen Freischärler griffen die Soldaten, die auf einer Patrouillenfahrt im Grenzgebiet unterwegs waren, gegen 5.30 innerhalb des Ortes Vaksince an, teilte das Innenministerium in Skopje mit. Ein dritter Soldat sei verschleppt worden, sagte ein Sprecher. Zunächst hieß es, er sei verletzt. Um 15.00 Uhr lief ein offizielles Ultimatum des Innenministeriums an die Einwohner des Dorfes und der Nachbarortschaft Slupcane ab, die Gegend zu räumen. Über Städte und Dörfer nördlich von Skopje wurde eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 Uhr bis 05.00 Uhr verhängt.

Rebellen wollen nicht aufgeben
Mit dem groß angelegten Einsatz der Armee solle die Region nördlich von Kumanovo von Terroristen "gesäubert" werden, hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Skopje. Die Sicherheitskräfte warnten die als Terrorgruppen bezeichneten albanischen Rebellen, Zivilisten als Schutzschild zu missbrauchen. Nach mazedonischen Medienberichten hatten die albanischen Rebellen in dem umkämpften Gebiet eine "befreite Zone" ausgerufen.

Ein Rebellenführer bestätigte am Donnerstag telefonisch den Zusammenstoß. Der Freischärler-Kommandant mit dem Decknamen "Hoxha" bezeichnete die Soldaten als Eindringlinge, die in der Ortschaft Vaksince angegriffen worden seien. In einem Telefongespräch sagte er der dpa, die Rebellen hätten in einem anderen Ort zwei Paramilitärs gefangen genommen.

"Wir beabsichtigen nicht, unsere Waffen niederzulegen, bevor unsere Forderungen erfüllt sind", sagte der Rebellenführer. "Wir greifen Regierungstruppen nicht an oder überfallen sie. In Wahrheit dringen die mazedonischen Kräfte in albanische Häuser ein und verschrecken unsere Leute."

3.5.2001 17:56