Donnerstag, 3. Mai 2001

Bei illegaler Einreise aus Singapur

Die japanischen Behörden haben einen Mann im Flughafen von Tokio wegen illegaler Einreise festgenommen, bei dem es sich um den Sohn des nordkoreanischen Führers Kim Jong Il handeln soll. Von offizieller Seite gab es zunächst noch keine Bestätigung.

Regierungssprecher Kazuhiko Koshikawa erklärte, die Regierung werde die Berichte weder bestätigen noch dementieren.

Kyodo meldete, der Mann habe zugegeben, der Sohn des nordkoreanischen Machthabers zu sein. Der staatliche japanische Fernsehsender NHK berichtete dagegen, der Mann habe erklärt, er sei Südkoreaner. Ein Gewährsmann der Regierung sagte der Nachrichtenagentur Associated Press: "Möglicherweise handelt es sich wirklich um Kim Jong Nam, den Sohn von Kim Jong Il." Die Identität des Festgenommenen werde aber noch überprüft. Man sei sich deshalb nicht sicher.

Laut Kyodo traf der Mann am Dienstag mit einem gefälschten Pass der Dominikanischen Republik im Tokioter Narita-Flughafen ein. Er kam aus Singapur und befand sich an Bord einer Maschine der "Japan Airlines". In seiner Begleitung befanden sich drei Personen, zwei Frauen und ein vierjähriger Bub, die ebenfalls festgenommen wurden. Kyodo meldete, die Festgenommenen sollten in den nächsten Tagen nach China abgeschoben werden.

Über Familie des Machthabers ist wenig bekannt
Über die Familie des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il ist wenig bekannt. Nach südkoreanischen Angaben hat er drei Kinder: den 1971 geborenen Kim Jong Nam, eine 1974 geborene Tochter namens Kim Sul Song sowie einen weiteren Sohn, Kim Jong Chul, der 1981 geboren wurde. Alle haben verschiedene Mütter. Kim Jong Nams Mutter, die Ex-Schauspielerin Sung Hye Rim soll sich seit 1983 fast ständig in einer psychiatrischen Klinik in Moskau aufgehalten haben. Sie geriet 1996 in die Schlagzeilen, nachdem sie aus ihrer Villa in der Schweiz verschwunden war. Berichte, wonach sie sich in den Westen abgesetzt hatte, wurden später vom südkoreanischen Geheimdienst dementiert. Ihre Schwester Sung Hye Rang veröffentlichte kürzlich in Japan ein Buch über das Leben am Hofe von Kim Jong Il. Demnach wurde Kim Jong Nam teilweise in Russland und der Schweiz erzogen.

Die chinesische Zeitschrift "Guang Jiao Jing" hat berichtet, Kim Jong Nam habe gute Informatikkenntnisse und besuche häufig Japan, um die Landessprache zu lernen. Von seinem Vater werde er auf die Übernahme der Staatsführung vorbereitet. Er halte eine wichtige Position in Nordkoreas Armee und werde der "Kleine General" genannt.

3.5.2001 14:50