Ausbau der Versorgung im niedergelassenen Bereich

Die Ärztekammer fordert eine Strukturreform im Gesundheitswesen. Die Hauptpunkte: Eine zentrale Finanzierungs- und Planungsverantwortung für Bundesländergrenzen überschreitende regionale "Konsortien" unter Einbindung aller Zahler (Krankenkassen, Bundesländer) und der Leistungserbringer.
Zusätzlich gefordert wird der Ausbau der medizinischen Versorgung im niedergelassenen Bereich. "Man wird Geld in die Hand nehmen müssen", erklärte der Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Jörg Pruckner.
Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Otto Pjeta: "Unser liebes, schönes Gesundheitswesen hat ja laufend Schlagzeilen zu bieten." Die Aufgaben lägen aber bei weitem nicht nur in der "Frage der Ambulanzgebühren und die Frage der Besetzung des Präsidenten des Hauptverbandes." "Weg von den Schlagzeilen", forderte Pjeta.
In den vergangenen Jahren - so die Standesvertreter der Ärzte - hätte es einen Trend zur zentralisierten Spitalsmedizin gegeben. Diese Entwicklung müsse gebremst werden. Gleichzeitig sollte es zu einem Ausbau der Versorgungsleistungen bei den niedergelassenen Ärzten samt Installierung von Gruppenpraxen und ähnlichen Zusammenarbeitsmodellen kommen.
Pruckner über die bei einer solchen Reform notwendigen finanziellen Mittel: "Mittelfristig glaube ich, dass eine Milliarde Schilling eine Zahl ist, mit der man diese Dinge durchführen kann." Dies betreffe insbesondere die Etablierung einer funktionierenden Hauskrankenbehandlung zur Verkürzung von Spitalsaufenthalsdauern und zum Hinausschieben oder Vermeiden von stationären Aufenthalten sowie die Etablierung von Gruppenprasen.
Der Kammerfunktionär: "25,8 Prozent der Österreicher liegen ein Mal jährlich im Spital. In Holland, einem medizinisch hoch entwickelten Land, sind es 9,9 Prozent der Bevölkerung." Wolle man den Anteil der Spitals- und Ambulanzbehandlungen senken, müsse einfach der niedergelassene Bereich forciert werden.
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