Mittwoch, 2. Mai 2001

Mit der Errichtung wird "Weltkulturerbe zerstört"

In unmittelbaren Umgebung von Schloss Kleßheim in Salzburg soll ein Fußballstadion gebaut werden. Das geplante Projekt stößt jedoch auf breiten Widerstand.

Die Bürgerinitiative Taxham, einer der Hauptgegner des Projekts, hat mittlerweile prominente Unterstützung bekommen. Richard Lugner und Günther Nenning sprachen sich ebenfalls gegen das Projekt aus.

Es ist wie die Zerstörung der Buddah-Statue in Afghanistan
Die Motivation für den Einsatz Richard Lugners ist, wie er beteuerte, keineswegs finanzieller Natur. "Ich war bei meiner Maturareise in Salzburg", erklärte Lugner. Mit der Errichtung des Stadions würde das Schloss mit seinem Park als wichtiges Weltkulturerbe unwiderruflich in Mitleidenschaft gezogen werden. "Es ist wie die Zerstörung der Buddha-Statuen in Afghanistan", verglich der Baumeister. Die Verantwortlichen sollten besser ein Alternativ-Projekt verwirklichen.

Würden sogar den Grund zurückkaufen
Dem Sprecher der Bürgerinitiative, Franz Franzwa, zufolge steht der Baubeginn für das mindestens 20.000 Besucher fassende Stadion unmittelbar bevor. Um diesen doch noch abzuwenden, bot Franzwa dem Salzburger Landeshauptmann Franz Schausberger (V) an, den Grund zurückzukaufen. "Aber nur, wenn es in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wird", erklärte der Sprecher. Die dafür nötigen 80 bis 100 Millionen Schilling könnten von Bürgern und Unternehmen aufgebracht werden.

"Lasst euch nicht einwickeln"
Günther Nenning sprach sich auch gegen alternative Standorte für das Stadion aus. "Lasst euch nicht einwickeln, die einzige Alternative ist, dass gar nichts gebaut wird", empfahl er der Bürgerinitiative. Als Grund für die Errichtung ortete Nennig drei Gründe: "Erstens Geld, zweitens Geld und drittens Geld". Die einzige Möglichkeit das Projekt noch zu verhindern, sei "ein Aufstand der Bürger gegen die Behörden".

Stadion soll im Frühjahr 2003 in Betrieb gehen
Mit dem SV Salzburg ist mittlerweile vereinbart worden, dass das erste Spiel im Frühjahr 2003 stattfinden werde, betonte LH Franz Schausberger (VP). Bis auf die wasserrechtliche Bewilligung, die sich derzeit in zweiter Instanz (Land- und Forstwirtschaftsministerium) befinde, lägen sämtliche Genehmigungen vor. Auch die Kauf- und Baurechtsverträge seien rechtswirksam.

2.5.2001 14:10