Mittwoch, 2. Mai 2001

Lage nach Mitternacht zunehmend beruhigt

Trotz eines massiven Polizeiaufgebotes ist es am 1. Mai in der deutschen Hauptstadt Berlin erneut zu schweren Krawallen gekommen. Hunderte Gewalttäter lieferten sich in Kreuzberg Straßenschlachten mit der Polizei.

Dabei gab es zahlreiche Verletzte auf beiden Seiten. Mindestens 400 Menschen wurden festgenommen. Genaue Zahlen waren zunächst nicht bekannt.

Über das Ausmaß der Schäden gab es unterschiedliche Einschätzungen: Augenzeugen erklärten, bei den Krawallen habe es sich um die schwersten Ausschreitungen seit zehn Jahren an einem 1. Mai in Berlin gehandelt. Polizeipräsident Hagen Saberschinsky sagte dagegen, es habe deutlich weniger Schäden gegeben als in den Vorjahren.

Randalierende Jugendliche hatten in Kreuzberg Autos in Brand gesetzt und Pflastersteine auf Polizeibeamte geschleudert. Sie versuchten auch, brennende Barrikaden zu errichten. Die Einsatzkräfte reagierten mit Wasserwerfern und Tränengas und setzte schwere Räumfahrzeuge ein, um die Barrikaden wegzuschieben. Zu Plünderungen von Geschäften, wie in einigen Vorjahren, kam es bis in die späten Abendstunden aber nicht. Die Krawalle waren ausgelöst worden, als mehrere hundert Menschen die Aufforderung der Polizei ignorierten, eine Straße in Kreuzberg zu räumen.

Die Polizei war rund um den 1. Mai mit der Rekordzahl von 9000 Beamten im Einsatz. Die Behörden hatten in diesem Jahr erstmals mit dem Verbot einer Demonstration von Linksextremen in Kreuzberg die Gewalt bereits im Keim ersticken wollen. Trotzdem hatten sich hunderte meist Jugendliche in der Nähe des zunächst geplanten Demonstrationsortes versammelt. Mit dem Anbruch der Dunkelheit beruhigte sich die Lage zunächst wieder.

2.5.2001 07:46